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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Eine Bank ohne Lehne und ein leerer Marmeladeneimer

Das war das ganze Inventar meiner Zelle in der SA- Kaserne in Wuppertal - Barmen, wo ich im Juli 1933 einige Tage verbringen mußte. Die Zelle befand sich im tiefen Keller der ehemaligen Konsumgenossenschaft. Trotz der heißen Sommerzeit herrschte hier unten im Keller eisige Kälte. Nachts fror ich jämmerlich; denn es gab weder Decken noch Stroh zum Wärmen.

Von der harten Bank ohne Lehne fiel ich immer wieder her­unter. Kaum war ich eingeschlafen, so erwachte ich wieder liegend auf dem harten Betonfußboden. Die noch nicht verheilten Wunden an Armen und Oberkörper verursachten durch das harte Lager furchtbare Schmerzen.

Der Marmeladeneimer in der Ecke der Zelle verbreitete einen pestartigen Gestank. Wer weiß, wie viele meiner Leidensgenossen schon vorher den Eimer benutzt hatten? Den draußen stehenden SA- Posten störte der Gestank nicht. Vor der Zellentür und vor dem vergitterten Kellerfenster stand je ein Doppelposten, um einen Fluchtversuch zu verhindern. Meine dauernden Proteste und Forderungen beantworteten die SA- Posten mit wüsten Drohungen und Schimpfereien.

Erst am dritten Tage konnte ich dieses ekelhafte Verlies ver­lassen und kam in ein anderes Gefängnis.

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Der enge Gefängnishof hallt wieder vom Gesang der Freiheitslieder

Im Untersuchungsgefängnis in Hamm herrschte jeden Tag Hochbetrieb. Täglich kamen und gingen große Transporte politi­scher Gefangener. In den Jahren 1933, 1934, 1935, 1936 und 1937 stiegen täglich große Massenprozesse gegen die Freiheitskämpfer. Siebzig, achtzig, neunzig, hundert und mehr Angeklagte waren bei diesen Prozessen keine Seltenheit. Die faschistischen Staats­anwälte, Richter und auch die beigeordneten Rechtsanwälte arbei­teten im Schweiße ihres Angesichts, um die angeklagten Nazi­gegner hinter Schloß und Riegel zu bringen. Aber trotz der hohen Zuchthausurteile standen die verurteilten Freiheitskämpfer turm­hoch über den nazistischen Justizbeamten und ließen trotz der verhängten hohen Kerkerstrafen den Mut nicht sinken.

Das Untersuchungsgefängnis in Hamm ist ein moderner Bau der Justizverwaltung und ist mit allen Raffinessen ausgebaut. Alle Gefangenenzellen liegen nach dem Innenhof. Ein unterirdi­scher Gang führt vom Gefängnis zum Gerichtsgebäude. Im Ge­fängnis befinden sich auch Hohlwände zwischen einzelnen Zellen,

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