Druckschrift 
Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen

einsam gewesen, denn wenn mir einmal das Glück begegnete, so verweilte es nicht allzulange bei mir.

-

1

-

eines darf mir und

-

so darf ich

Ja, ich bi

Nach kurzer Zeit kamen mein Kamerad und seine Braut sie jetzt wohl nennen freudestrahlend hereingeschneit, wie Gestalten aus heute sind beide längst fernem Märchenland. Anni R. hat mir später verheiratet mal ihr Herz ausgeschüttet und sagte mir unter anderem, sie hätte die Jahre hindurch immer auf etwas gewartet, wußte aber selbst nicht auf was, es wäre etwas in ihr gewesen, das sie nie fassen konnte. Ihr die Tränen vom Gesicht zu trocknen, war nicht gut möglich, ich hätte mich zehn Jahre hatte ich keine Frau dabei vielleicht etwas dumm angestellt weinen gesehen. So nahm ich denn meinen Humor zu Hilfe, indem ich sagte: ,, Jetzt hast du endlich ,, Ihn" gefaßt!" Und schon schien die Sonne wieder aus ihren Augen.

-

-

So haben wir uns langsam in W. eingelebt und machten per Rad des öfteren Hamsterfahrten in die Umgebung. Wir waren beide so ein­gestellt, von München möglichst unabhängig zu sein, denn die Stadt hat genügend KZ.- Häftlinge zu betreuen. Anderseits reichten aber die Lebens­mittelkarten nicht hin, um uns von den durchgemachten Jahren des Hun­gerns zu erholen. In Dankbarkeit muß ich sagen, daß die Bauern uns mit großem Verständnis entgegenkamen. Bei solch einer Hamsterfahrt mein Kamerad war krank, sodaß ich gezwungen war, allein zu gehen landete ich hier, in diesem Dörfchen und bei der Familie, wo ich jetzt noch wohne und dieses Buch niederschreibe. Mein Anklopfen hier war nicht so uninteressant, und so will ich meinen freundlichen Lesern auch darüber be­richten. Als ich den Hof betrat, war er wie ausgestorben, nichts rührte sich. Auf mein Klopfen an Tür und Fenster reagierte niemand. Ich umwanderte das ganze Haus, aber auch da fand ich keine Menschenseele. ,, Schade, hier sind eine Menge Hühner, hättest vielleicht ein paar Eier bekommen kön­Das Leben ist doch ein Rätsel! Was hielt mich nen", sagte ich mir. eigentlich auf diesem Hof? Meist ging ich, wenn die Tür verschlossen war, gleich wieder davon, und hier konnte ich nicht fortkommen. Nach ungefähr zehn Minuten ging ich langsam, wie im Traum verloren, dem Ausgang zu. Auf halbem Wege öffnete sich hinter mir plötzlich die Stalltüre und aus der­selben trat, wie ich später erfuhr, der jüngste Sohn des Hauses. Es ist meine Art, jedem die Hand zum Gruß hinzuhalten, so auch hier. Ich bat, ob ich vielleicht ein Ei haben könne. Kaum, daß ich meine Bitte ausgesprochen, Meine Leser werden trat aus derselben Türe eine Tochter des Hauses. schon gemerkt haben, daß ich über meine Person sehr wenig in dem Buch erwähne, doch kann ich nicht umhin, mich in diesem Kapitel ein klein wenig einzuschalten. Jene Tochter hat eine furchtbare Ähnlichkeit mit, ich will ehrlich sein, einer früheren Liebe, eine Ähnlichkeit, die mich er­schreckte und regelrecht aus dem Konzept brachte. Ist es Schicksal, Zu­fall, wie soll ich es nennen? Das Leben ist schön, aber grausam. Es ist nicht taktvoll. Schon packt es uns rauh und unerbittlich beim Schopf und führt uns vor Augen, daß das, was wir glaubten überwunden zu haben, ein Trug war. Ich brauche meinen Lesern nicht zu sagen, wie mir zumute war. Nur

48

-

so stolz w anführen, Lebensver Arbeit wir

die ganze

und aus d

nannte ich

4 Mth.