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Freund M. ihm nun erschöpfend Auskunft geben konnte. Der Offizier bat ihn, auszusteigen. In der Meinung, er käme bald wieder, blieb ich sitzen. Nach einer kurzen Weile kam wieder ein Offizier mit der Bemerkung, Sim bach sei übervoll, und es wäre unverantwortlich, wenn sie uns hier absetzten. Sie würden uns daher noch etliche Kilometer weiter transportieren. Ehe ich noch wegen meines zurückgebliebenen Kameraden Einspruch erheben konnte, rasten sie davon. Also verlor ich durch die Güte der Amerikaner meinen Kameraden. Aber wie kurios es im Leben oft zugeht! In mancher Hinsicht, hauptsächlich auf politischem Gebiet, sind unsere Wege auseinandergegangen, um bei einer anderen Gelegenheit sich wieder zu treffen. So auch hier, auf dem Wege in die Heimat. Am anderen Morgen trafen wir uns, unbewußt dieselbe Richtung einschlagend, wieder. Froh darüber, setzten wir den Marsch gemeinsam fort. Das erste, was uns in Bayern auffiel, war, daß nirgends eine Fahne wehte, Österreich glich einem Flaggenmeer!
Auch machte es mich traurig, tief traurig, wenn ich, meine Straße wandernd, deutsche Soldaten, die kein anderes Verbrechen begangen hatten, als daß sie ihre Pflicht getan hatten, ruhelos, viele sogar heimatlos, unbeachtet dahinziehen sah. Mit Hochhalten des Militarismus haben diese Zeilen nichts zu tun, und ich möchte mir das sehr verbeten haben! Ich stelle lediglich Tatsachen fest. Der Satz: ,, Nie wieder Krieg!", der nach dem ersten Weltkrieg von vielen nur so oberflächlich dahingesprochen wurde, war und ist mein innerster Wunsch, und ich hoffe, daß er sich heute tiefer in die Herzen der Menschheit einprägt. Es muß und wird eine Zeit kommen, die den Krieg nicht mehr kennt.
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III.
München ! Wir wollten es nicht sehen, und doch zog es uns an wie ein Magnet. Zu unserem größten Leid! Was haben eine Handvoll Wahnsinnige, die zu feige waren, sich zu ergeben, aus dieser schönen kunstvollen Stadt gemacht, in der ich so oft und gern geweilt? Nicht nur einen Trümmer-, sondern einen Schutthaufen! Eine Unverantwortlichkeit, die ihresgleichen sucht. Ich glaube auch nicht, daß es nötig war, Städte von dieser Art so zu zertrümmern. Aber es ist nun einmal geschehen. Hoffentlich ist es eine Warnung für die Zukunft. Als wir die Zerstörung gesehen, trieb es uns eilig aus der Stadt, denn der Anblick war zu grausam. Unser Ziel war nun Starnberg , wo wir uns über Pfingsten ausruhen wollten. Doch wieder kam es anders, als wir uns vorgenommen hatten. In Forstenried konnte ich M. nicht mehr dazu bewegen, weiter zu gehen. Er setzte sich mit mir auf eine Bank und sagte: ,, Ich kann nicht mehr. München ist mir in die Knochen gefahren." Verstehen konnte ich ihn wohl, doch war es nicht meine Absicht, in Forstenried, so nahe bei München , zu bleiben, zumal noch der ganze Nachmittag vor uns lag. Aber alles Zureden half nichts. Nun wandte ich nach einiger Überlegung einen kleinen Trick an. Ich wußte, daß er nie gerne in ein Pfarrhaus ging, geschah es doch einmal, versuchte er, so
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