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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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Freund N

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ich herauskomme. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen und was für ein Maitag! Einen schöneren konnten wir bestimmt nicht finden, und die Zeit, die wir zusammen verbringen, wollen wir auch genießen! Wir wollen gemütlich wandern, und wo es uns gefällt, da bleiben wir sitzen. Wann wir unser Ziel erreichen, spielt keine Rolle; wenn wir noch ein Jahr darauf hät­Nach vielem ten warten müssen, müßten wir auch zufrieden sein." Überlegen entschlossen wir uns, bei Braunau am Inn die Grenze nach Deutschland zu überschreiten. Bis dorthin war allerdings noch ein weiter Weg, aber wir hatten ja Zeit, und der Mai war einfach herrlich. Ebenso der Apfelmost, der uns überall reichlich kredenzt wurde. Dorf um Dorf, Städtchen um Städtchen ließen wir hinter uns, lieben Menschen begegneten wir, die uns auf das beste bewirteten, aber auch unsaubere Charaktere mußten wir in Kauf nehmen. Vor allen Dingen betrifft dies die weibliche Jugend. Ich will nicht weiter darauf eingehen, nur eines möchte ich sagen, daß manches Bordellmädchen aus unserem Lager was Ausdrücke be­trifft hätte davon lernen können. Hitlerismus! Wenige können für sich in Anspruch nehmen, seelisch rein geblieben zu sein, aber diese weni­gen sind der Grundstein einer besseren Menschheit, das ist mein fester, unumstößlicher Glaube!

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Nach vielem Hin und Her landeten wir, M. und ich, in Braunau am Inn . Dort, wo die Wiege dessen stand, der die ganze Welt in Aufruhr versetzte. Wäre er anders geartet gewesen, hätte er den festen Glauben an das Gute und Edle gehabt, er wäre ein Segen für die Menschheit geworden. Aber da er diese Fähigkeiten nicht besaß, kam das, was kommen mußte, eben das Chaos.

Braunau , so schön es ist, war uns doch durch diese Feststel­lung verleidet, und der Anblick der Innbrücke, die nur noch ein Trümmer­haufen war, über den der Inn unaufhaltsam hinwegbrauste, trug noch mehr dazu bei. Guter Rat war jetzt teuer, wie da hinüberkommen. Das Städt­chen, das sonst zehn bis zwölftausend Einwohner zählte, hatte jetzt das Mehrfache zu beherbergen. Unser Wunsch war: so schnell wie möglich fort von hier. Sonderbarerweise hatten die Amerikaner es gar nicht so eilig, die Massen zu befördern, die hier schon tagelang harrten, um hinüber­gesetzt zu werden. Als wir uns nun den Amerikanern als KZ.- Häftlinge zu erkennen gaben, waren sie sofort bereit, uns auf die andere Seite nach Simbach in Bayern überzusetzen. Es gab darob viel Gemurmel und Geschrei bei den zurückbleibenden Flüchtlingen. Warum gerade die? Ich beruhigte sie folgendermaßen: ,, Hätten Sie das große Glück" gehabt, jahrelang im Konzentrationslager zu schmachten, hätten Sie jetzt nicht das Pech, noch ein paar Tage hier bleiben zu müssen." Einer Bombe gleich schlugen diese Worte bei ihnen ein.

So fuhren uns denn die Amerikaner auf Umwegen über ein noch gut erhaltenes Wehr nach Simbach . Dort am Rathaus angekommen, trat ein amerikanischer Offizier auf uns zu und erkundigte sich, aus welchem Lager wir kämen. Es stellte sich heraus, daß er Eindrücke von diesen sammelte. Soweit hatte er schon alle Lager durch bis auf Ebensee , von dem mein

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