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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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sie auf mich blicken, weil sie mein helles Lachen hören, wo sie selbst weh­leidig und stumpfsinnig Trübsal blasen. Schamrot sollen sie werden, wenn ich ihnen in Geradheit, Würde und Leistung vorlebe, wo sie selbst sich am liebsten in einem Sanatorium zur Ruhe setzen möchten, sobald sie nur ein wenig Rheumatismus verspüren. Wo jene den Kopf hängen lassen und schier verzweifeln, weil es ihnen nicht möglich ist, eine Krawatte zu erwer­ben, dann sollen sie auf mich schauen und ganz still werden. So sollten alle jene wirken, die Jahre durch das KZ. gingen, wie eine Erzieherschaft, wie ein Orden, nur durch ihr Beispiel, nur durch ihre männliche und froh­gemute Haltung.

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Das klingt so einfach, aber hier sollte für uns die Brücke sein, die uns zum Leben zurückführt und uns mit alledem versöhnt, was uns an Fremdem und Feindlichem erwartet. Es ist eine Aufgabe, die uns, wenn wir sie erst ergriffen haben, begeistern wird. Leicht ist sie nicht, vielleicht wird mancher daran scheitern aber leichte Aufgaben wollen wir ja auch nicht. Wir wollen ja nicht das Milde, Sanfte und Bequeme des Lebens, auch wenn es uns manch törichter Außenstehender geradezu aufdrängen möchte. Oder wer wollte sich irgendwo in einen Winkel setzen und sich pflegen lassen, sein Leben im Grunde vergeuden, ohne es bis zur Neige auszuschöpfen und handelnd einzusetzen? Nun könnte ich es mir ja leicht machen und sagen, daß wir ehemalige Häftlinge eines KZ. ja gewohnt sind, einen Feind anzu­greifen und die Angst vor solchen gefährlichen Entscheidungen zu überwin­den. Aber es hilft hier ja kein Draufgängertum, sondern nur die Besin­nung, denn das Drohende, Feindliche, das die Rückkehr in das fremd­gewordene und neue Leben so erschwert, ist ja nur in uns selbst zu über­winden. Ich habe ja solche Augenblicke qualvoller Zweifel und bitterster Mutlosigkeit durchgemacht, weil mir doch das genommen ist, was den Impuls meines Schaffens und Lebens auszumachen schien, und ähnlich ist es doch vielen tausenden Kameraden ergangen, und doch sind wir Über­lebenden Herr unseres Geschickes geworden. Die Stunde wird kommen, da wir entdecken, daß das, was wir verloren haben, nicht das Wichtigste ist. Denn wir leben ja, wir haben Herz und Verstand behalten, und wir können noch viel leisten, wenn auch auf eine andere Weise als wir es uns vor­genommen haben. Und wenn wir auch nicht glücklich über unsere Be­schwernis sein können, so wollen wir doch stolz darauf sein!

II.

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Von Wels, wo ich bei einer lieben, verständigen Familie übernachtet oder besser gesagt wollte ich hatte, marschierte ich über Lambach über Lambach in Richtung Salzburg marschieren. Ich kam aber nur bis Lambach , das fünfzehn Kilometer von Wels entfernt liegt. Doch wen treffe ich kurz vor Lambach ? Meinen alten Leidensgenossen Herbert M. erwähnte ihn schon in den vorhergehenden Blättern. Beinahe wären wir aneinander vorbeigelaufen, da die Straße von KZ.- Häftlingen wie besät

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