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lich mittelmäßige Mensch wird von einem Leben befriedigt, das ganz im Flachen und Bequemen, im Geregelten und Sicheren verläuft, wo am wenigsten die Kraft der Persönlichkeit und des Willens einzusetzen ist! Natürlich kann niemand von uns verlangen, daß wir angesichts des Elends, das über uns hereingebrochen ist, glücklich sind, als hätte uns nichts Besseres begegnen können. Aber wir wollen das, was uns auferlegt ist, bejahen, sonst bleiben wir in Bitterkeit und Mißmut stecken, in einer fruchtlosen und stumpfsinnigen Klage um das Verlorene, das uns doch niemand wiedergeben kann! Solange wir uns gegen unser Schicksal, das nun unabänderlich eine neue Lebensweise von uns verlangt, auflehnen, solange wir uns wehren, müssen wir verzweifeln und im Haß gegen unser eigenes Dasein zugrunde gehen. In dieser Verneinung dessen, was uns als Aufgabe gestellt ist, beweisen wir uns als schwach, schwächer als unser Schicksal, das wir doch überwinden und meistern, das wir bändigen wollen, wie einen Gegner, der in der stärker scheinen möchte als wir. In der Verneinung zerbrechen wir Bejahung aber, mit der wir unser Schicksal auf uns nehmen und nun zusehen, was sich daraus machen läßt, scheinen wir uns zwar zu beugen, aber wir überlisten dabei gleichsam die Tücke des Schicksals und schlagen ihr ein Schnippchen. So leicht soll es uns nicht unterkriegen! Und so wollen wir nicht mehr soviel an das denken, was wir verloren haben, sondern sichten, was uns an Kraft noch geblieben ist.
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In solchen Gedanken verweilend, ist mir der Weg von Linz nach Wels nicht langweilig geworden. Abwechslungsreich war er allein schon deshalb, weil Karawanen fremdländischer Völker, wie Ungarn , Rumänen, Bulgaren und andere die Straße daherzogen, sie fuhren und gingen wohl in ihre Heimat zurück.
Da ich, wie schon erwähnt, Häftlingskleidung trug, wurde ich mit vielen Fragen bestürmt. Neugierde und Mitleid lösten sich gegenseitig ab. Es war für mich fast unerträglich, immer und immer wieder dasselbe auftischen zu müssen. Hatte ich mir doch vorgenommen: wenn ich wieder unter Menschen bin, mich nicht durch Mitleid erniedrigen zu lassen, nicht beleidigen zu lassen durch wohlwollende Barmherzigkeit, und wenn sie noch so freundlich und verlockend erscheint. Ich wollte mich von diesen niederträchtigen Seelen fernhalten, die mich bedauern und bejammern. Ich sagte mir: sie können dich nur demütigen, aber nie aufrichten, wenn du das einmal brauchen solltest. Denn sie stempeln dich ja als minderwertig und geschlagen ab und spielen sich dadurch dir gegenüber als die Überlegenen auf. Sei dir dann immer deiner Kraft und Würde bewußt! Sonst wird dir dein Stolz und deine Freiheit genommen. Ich wollte vielmehr derjenige sein, der gleichsam mit jenen Mitleid haben könnte, die ein so kleinmütiges Leben führen, daß schon ein leiser Windhauch sie umblasen kann, wo ich noch im Sturm zu stehen gewohnt bin.
Das ist jetzt meine Aufgabe und tatsächlich ein Gewinn meiner schweren Seelenverwundung, daß ich im Leben, das mich nun erwartet, Beispiel sein kann. Das sei mein Glück, die Zweifelnden mitzureißen, die Trübseligen und Schwachen zu beschämen! Schamrot sollen sie werden, wenn
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