IN. Teil
Die Nacht war schnell vorüber, der Morgen graute. Nach alter Lager- gewohnheit war ich sehr früh auf den Beinen; meine Kameraden schliefen noch den Schlaf des Gerechten — ich störte sie nicht.
Ein herrlicher Maimorgen, vor mir blühende Gärten und Wiesen, die gigantischen Berggipfel, hie und da Amselgesang, Erwachen der Natur, ein Märchen, ein Traum? Nein, W irklichkeit, wahre Wirklich- keit! Ein neuer Mensch in mir!„Guten Morgen“, begrüßte mich da einer meiner Kameraden. Ihn ließ es auch nicht mehr schlafen, er gesellte sich zu mir, und zu zweit genossen wir nun den Morgen, all das Neue. Nach und nach waren auch die übrigen Kameraden erwacht. Man wusch sich, um darnach das Frühstück zu bereiten, das erste Frühstück in der Freiheit! Und was für eines! Bohnenkaffee, Brot mit Butter und Honig— ein neues Leben! Ä
Es kam der Abschied, er war schwer. Hatten wir doch Freud und Leid miteinander getragen, waren Kameraden. Es ist doch etwas Schönes um Kameraden, und sei es nur für eine Stunde! Wo wird uns der Wind hin- verschlagen, werden wir uns noch einmal wiedersehen? Wir reichten uns zum letzten Male die Hände, und ich ging meinem Ziel, das noch in weiter Ferne lag, entgegen. Über Wels, Salzburg usw. wollte ich, da in meiner Heimat Unruhe herrschte, nach dem ruhigen, einsamen Schwarzwald , den ich über alles liebte.'
An der Straße nach Wels lag beiderseits ungeheures Kriegsmaterial, doch das interessierte mich nicht. Ich war allein, trotz des vielen Verkehrs. Gedanken kreisen in mir: Wie konnten Menschen, Menschen des zwanzig- sten Jahrhunderts, sich so in das Elend, in den Sumpf, ja in den Abgrund stürzen! Kultur! Ich sehe keine. Die Menschen haben sich da etwas ein- gebildet und vorgemacht. Es fielen mir jene Worte ein, die ich vor langer Zeit irgendwo einmal gelesen habe; mit gutem Gedächtnis ausgerüstet, bin in der Lage, sie fast wörtlich wiederzugeben:„All die ungestillten Wünsche und der Lebensdrang unzähliger Geister unserer Vorfahren sind in unserer Seele lebendig. Ihr Blut kocht in uns und läßt uns nicht zur Ruhe kommen. Wir versuchen immer von neuem, den Marmorblock des Lebens bergan zu wälzen, zum Gipfel des Genusses, doch stets entrollte der tückische Mar- mor! Bitterkeit blieb zurück.“— Die ungestillten Wünsche unserer Vor- fahren sind in unserer Seele lebendig— wann werden wir endlich einmal zur Vernunft, zur Ruhe kommen? Wann werden wir das sein, wofür wir bestimmt sind— wahrhaftige Menschen? Doch trotz allem glaube ich felsen- fest daran, daß die Stunde kommt, wo Herz und Verstand siegen werden.
Augenblicklich erscheint mir das Leben wohl nur deshalb feindlich, weil es mehr von mir verlangt als früher, wo alles so selbstverständlich und bequem seinen Gang zu nehmen schien. Nur der oberflächliche, kleinbürger-
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