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das amerikanische Rote Kreuz das Lager übernehmen und uns nach sechs- wöchentlicher Quarantäne in Freiheit setzen. Aber es kam alles anders. Die Wiener Polizei war auch plötzlich verschwunden, und wir waren, ohne es vorerst zu wissen, vollständig uns selbst überlassen. Das war ein großer Fehler der Polizei und hat sich später furchtbar gerächt.
Der 5. Mai 1945 wird wohl der denkwürdigste Tag meines Lebens blei- ben. Um fünf Uhr nachmittag, der Zählappell war noch nicht beendet, ging ein Brausen durch das Lager, wie wir es noch nie vernommen. Etwas stür- misch ging es ja immer zu, wenn die Massen nach dem Antreten ihren Blöcken zuströmten, aber so ausgelassen waren sie noch nie. Da wir Kom- mandierten auf unseren Arbeitsplätzen abgezählt wurden und nie zum Appell gingen, waren wir neugierig zu erfahren, was nun wieder geschehen sei. Unsere Nerven waren zum Zerreißen gespannt, weil eine Neuigkeit die andere jagte. Ich lief an das Fenster in der Küche und traute meinen Augen nicht, als ich sah, wie Hunderte von Häftlingen im Draht hingen und die Köpfe reckten, um nach außen besser sehen zu können. Das war das erste- mal in meinen Lagerjahren, daß Häftlinge im Draht hingen, ohne sterben zu müssen. Zu einem meiner Kameraden,— wir hatten das Kochen und alles vergessen und warteten, indem wir durch die Fenster der Küche schauten, was da kommen sollte— sagte ich:„‚Wenn einer den Schalthebel auslöst, gibt es das größte Unglück.“ Doch der Trubel wurde immer stär- ker. Die Dächer der Baracken waren mit Häftlingen besät. Da ich ent- deckte, daß die Maschinengewehre, die sonst auf den Türmen standen, samt den Posten eingezogen waren, konnte mich nichts mehr halten. Raus aus der Küche und rauf auf ein Barackendach war eins. Und da sah ich denn, wie ein amerikanischer Panzer nach dem anderen an unserem Lager vor- bei gen Osten fuhr. Hie und da wurden sie wohl noch beschossen, aber auf- zuhalten waren sie nicht mehr. Als gar ein Panzer entdeckt hatte, daß unser Tor. noch geschlossen war, fuhr er vor und raste durch beide Holztore, daß nur die Balken so flogen, ins Lager hinein.
“ beschreiblich! Ein einziger Schrei der Entfesselung ging durch das Lager!
Die Tränen kamen uns. Endlich frei! Endlich wieder Mensch unter Men- schen sein zu dürfen! Mir kam der Gedanke: Warum ist der Amerikaner nicht vor zwölf Jahren gekommen? Es wäre nicht nur uns, sondern der ganzen Menschheit viel Elend erspart geblieben!
Das ganze Lager war ein einziges Flaggenmeer— Fahnen aller Nationen waren vertreten!
Daß die aufgespeicherte Wut der Ausländer jetzt zum Ausbruch kam, ist erklärlich, und wehe dem deutschen Häftling, der dieser rasenden Menge in die Hände fiel! Er wurde bestialisch erschlagen. Jammervoll war es zu sehen, wie jene Häftlinge der zweiten Gruppe, die bereits in der SS-Uniform steckten und nicht mehr aus dem Lager konnten, von den Ausländern mit allen unmöglichen Instrumenten ermordet wurden. Von den ganzen ein- hundertzwanzig Mann kamen nur drei mit dem Leben davon. Und auch die
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