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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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russischen wie die amerikanischen Flieger unser Lager im Tiefflug emsig besuchten und uns zuwinkten. Da dies, wie gesagt, zu oft geschah, gab die Lagerleitung den Befehl heraus, uns bei Fliegeralarm in die Stollen zu schicken. Aber beileibe nicht zu unserem Schutz Humanität kannte man im Konzentrationslager nicht sondern aus Angst. Man glaubte, durch die vielen Fliegerbesuche könnte bei uns doch mal eine Revolte ausbrechen. Also war es nur eine Sicherheitsmaßnahme.

Diese Vorschrift, in die zehn Minuten vom Lager entfernten Stollen gehen zu müssen, war für uns eine Höllenqual. Vielen kostete sie das Leben. Man denke sich, bei einer Eingangsbreite von ungefähr vier Metern mußten fünfundzwanzigtausend Menschen innerhalb kurzer Zeit in den Stollen verschwunden sein. Fußkranke, überhaupt Kranke, hatten ein schweres Los. Wir wurden schlimmer als Schafe mit Gummiknüppel und Gewehrkolben, über Einsturzstellen und Feldbahngeleise hinweg, hinein­getrieben. Wer fiel, mußte zusehen, wie er wieder auf die Beine kam, wollte er nicht zertreten werden. Vielfach entstand ein furchtbares Durcheinander, weil die Nachdrängenden nicht Obacht gaben, auch nicht geben konnten, da die Stollen nur mäßiges Licht hatten.

III.

Die größte Schufterei, welche Himmler noch mit uns vorhatte, war die, daß sämtliche Häftlinge des Lagers, die ja bei Fliegeralarm ohnehin die Stollen aufsuchen mußten, dort vor dem Eintreffen der Amerikaner in die Luft gesprengt werden sollten. Wir hatten diesen Geheimbefehl zu Ohren bekommen, auf welche Art und Weise ist unbekannt geblieben. Aber Tat­sache war es jedenfalls, denn eines Tages wurden mehrere Fässer mit Pul­ver vor den Stollen abgeladen. Nur durch das energische Eingreifen des leitenden Ingenieurs, der wohl irgendwie darüber orientiert war, ist dieses große Unheil verhütet worden, nicht zuletzt auch durch unsere Weigerung, in die Stollen zu gehen. Eines Tages hieß es, amerikanische Panzer seien in Linz eingedrungen. Große Freude bei uns. Schon packte die SS ihre Kof­fer und vernichtete unsere Papiere, sämtliche Karteikarten usw. Parolen gingen von nun an durch das Lager, daß man nicht mehr fähig war, zu erkennen, welche echt und welche nicht echt waren. Als nun gar noch die SS - Wachen aus dem Lager herausgezogen wurden, um durch Wiener Polizei abgelöst zu werden, war es mit uns ganz und gar aus. Tatsächlich war auch die ganze SS kurzerhand abgerückt, wie es hieß, mit allem, was nicht niet­und nagelfest war.

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Am 3. Mai 1945 gab man uns bekannt, daß der Kommandeur der Wie­ner Polizei mit den Amerikanern verhandelt und erreicht habe, daß das Lager von Kampfhandlungen verschont bleibe. Es wurde rund um das Lager eine 5- km- Zone vereinbart und für neutrales Gebiet erklärt. Der Lager­älteste ließ durch sämtliche Blocks bekannt geben, alles möge sich ruhig verhalten, wenn Sprengungen bei Nacht stattfinden sollten. Auch würde

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