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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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ja kein Gas entweichen konnte. Die Einrichtung war die der Gaskammer. Kranke Häftlinge, die kaum noch laufen konnten, wurden in den Wagen geschleppt; nachdem die Türen verschlossen waren, versah Krebsbach ihn mit der üblichen Gastrommel. Eigenhändig fuhr Ziereis den Wagen rund um das Lager, um nach ungefähr einer halben Stunde vor dem Kre­matorium zu halten. Das grausige Werk war vollendet. Die Leichen wurden von den Arbeitern des Krematoriums aus dem Auto gezerrt, als wenn sie Schlachtvieh vor sich hätten. Zu verdenken war es nicht, schnell mußte es gehen. Jahr aus, Jahr ein nur mit Leichen umgehen, soll wohl ziemlich abstumpfen.

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Das war Mordhausen" mit seinen Freuden und Leiden! Eiserne Nerven gehörten dazu, dies alles zu überwinden. Eiserner Wille, sich am Leben zu erhalten, koste es, was es wolle. Und ich habe durchgehalten! Ich habe gekämpft mit allem, mit mir selber. Oft wollten meine Nerven ver­sagen, denn der Kampf war schwer, sehr schwer aber dann riẞ ich mich zusammen, gedachte der unzähligen Toten, denen ich so oft in ihre Leidens­gesichter geschaut und gelobte ihnen: Euren Leib haben sie getötet, doch den Geist der Wahrheit, der Gerechtigkeit konnten sie nicht töten, und so werde ich bis an mein Lebensende für ihn unermüdlich eintreten, komme was da mag, um ihm zum Siege zu verhelfen.

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Gewiß, es gibt Menschen, die verbittert sind und sagen: ,, Na ja, die Leute im Konzentrationslager haben Unerträgliches erlitten, wir Außen­stehenden aber auch und leiden noch!"- Alles zugegeben. Aber wie diese kleine Welt, die KZ., von den Bestien gereinigt wurde, so muß auch das große Konzentrationslager, die ganze Welt, von ihnen gereinigt werden! Das Elend muß ein Ende nehmen. ,, Der Mensch", um mit Walter von Molo zu reden ,,, hat die Pflicht, an die Mitmenschheit zu glauben, weil sonst die Menschheit aus der Welt verschwinden müßte!"

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Und wenn heute gesagt wird, das ganze deutsche Volk ist an den Zu­ständen in den Konzentrationslagern schuld, es mußte davon gewußt haben, dann teile ich als jahrelanger Häftling diese Meinung nicht. Es ist ein großer Irrtum! Und selbst wenn was konnte es tun? Die meisten von ihnen wären dann denselben Weg gegangen, den so viele von uns gingen ins Lager und durch den Schornstein des Krematoriums. Ich habe keinen Grund, jene in Schutz zu nehmen, die den Nationalsozialismus gefördert und geduldet haben sie mögen ausgerottet werden aber für jene, die heute mit gramdurchfurchten Gesichtern durch die Straßen gehen, die im innersten Kern nichts gemein haben mit den Missetaten, Verbrechen und furchtbaren Verirrungen gewisser Kranker für jene spreche ich- ihnen sollte unsere Aufmerksamkeit gelten! Brutalität und Verbrechen müs­sen überall ausgemerzt werden, aber dies darf nicht, um der Zukunft der Menschheit willen, durch neuen, in Leidenschaft verallgemeinernden Haẞ geschehen, wie ihn ehedem krank gewordene Gehirne und Herzen übten, denn dann hätte die Menschheit kein Recht mehr zu existieren.

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