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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
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Die Genickschußzelle war eine ebenso raffinierte Einrichtung. Es war ein Raum von zwei Meter Höhe und einem halben Meter Breite. Die Mitte war mit Löchern - in ungefähr im Durchmesser eines Revolverlaufes zentimeterlangem Abstand durchbrochen. Links und rechts der Löcher waren die Zentimetermaße angebracht. Hinter dieser Wand waren dieselben Maße vorhanden, zur Orientierung des SS- Mannes, der den Schuß anzu­bringen hatte. Kam dann der zu Messende besser gesagt, der zu Er­schießende in Begleitung eines SS- Mannes in den Raum, so wurde er, genau wie beim Messen, rückwärts an die Zelle gestellt. Der SS- Mann sagte die Größe an und kurz darauf knallte auch schon der Schuß von hin­ten. Der Wasserschlauch entfernte irgendwelche Blutspritzer, und das Mor­den konnte aufs Neue beginnen.

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Der ,, Fetzenwagen" ich bin ihm zweimal entronnen hatte diesen Namen von uns deshalb erhalten, weil die Kleider seiner Opfer nur noch als Fetzen zurückkamen. Diesen Kampf mit dem Tode habe ich nicht gesehen, aber die Fetzen der Kleider sagten alles. Eines Tages kam eine ,, hohe Kommission", lauter Ärzte, wie es hieß, aus Berlin . Sämtliche Lager­insassen mußten antreten und einzeln an dieser Kommission im Schritt und Laufschritt vorbeigehen. Große Vorsicht bei uns alten Lagerhasen! Wir standen solchen Kommissionen immer miẞtrauisch gegenüber. Die Worte: ,, Da stimmt doch wieder etwas nicht", hörte ich vielfach aus den Reihen der Angetretenen fallen, und wer die Möglichkeit hatte, was diesmal sehr schwer war, machte sich aus dem Staube. Ich sah, daß man ziemlich kräf­tige Burschen heraussuchte und ihre Nummer notierte. ,, Vielleicht zum Militär", waren meine Gedanken, wiederum aber sagte mir mein Inneres: hau ab, wenn es geht, und ich haute ab mit dem Bemerken zum Blockälte­sten: ,, ich muß austreten". Das war mein Glück, sonst säße ich heute nicht hier und schriebe diese Aufzeichnungen, denn ich war als Sportler bekannt. Als die notierten Häftlinge wieder in den Block kamen, nahm das Fragen unsererseits kein Ende, und als es gar hieß, sie kämen zur Wehr­macht , war ich nahe dran, mich über mein Abhauen zu ärgern, wohlverstan­den, ganz überzeugt davon war ich nicht. Nach ungefähr drei Tagen wurde der erste Transport von den Ausgesuchten zusammengestellt. Mit der ,, Grü­nen Minna" jenem Auto, das wir später in ,, Fetzenwagen" umtauften- kamen sie nach Ibs, in die ehemalige Irrenanstalt. An ihnen wurde ein neues Gift ausprobiert, das für den Krieg benötigt wurde, ich glaube zur Heilung von Verwundeten ganz klug sind wir nie daraus geworden jedenfalls wirkte das Gift tödlich. KZ.- Häftlinge waren als Versuchskanin­chen gerade gut genug dazu. Dies alles haben wir erst später, nachdem schon mehr als drei Transporte dorthin abgegangen waren, durch Kame­raden, denen es gelang, Briefe an uns durchzuschmuggeln, nicht zuletzt auch durch die an die Wäscherei zurückgesandten Kleider, die, wie schon gesagt, aus lauter Fetzen bestanden, erfahren.

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Eine eigene Erfindung von Ziereis und seinem Mithelfer Dr. Krebsbach war auch der Gaswagen. Dieses Auto hatte Ähnlichkeit mit dem Fetzen­wagen, nur mit dem Unterschied, daß es sorgfältig abgedichtet war, damit

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