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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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der Aufschrift: ,, Vorsicht, Typhus !" Wie raffiniert die SS handelte, geht daraus hervor: Himmler besichtigte den Block zwei. Dieser Block war , Prominenten- Block", also Häftlinge der SS- Küche, des Führerheimes, der Kantine usw., denen allen die Möglichkeit gegeben war, etwas besser zu leben. Mit entblößtem Oberkörper die kräftigsten natürlich so standen sie angetreten, als Himmler den Block betrat. ,, Na, Häftlinge, wie geht's? Seht alle gut aus. Reichliche Verpflegung, nicht wahr? Macht mal eure Spinde auf", so Himmler. In den Spinden lag für jeden Mann ein Drei­Pfund- Brot, und zu dreien ein Pfund Wurst. ,, Und was gibt es zu Mittag? Macht die Kessel auf. Erbsen mit Speck! Na ja, schwere Arbeit im Stein­bruch." Man reichte Himmler einen Teller mit Erbsensuppe. ,, Schmeckt ausgezeichnet!" Man brauchte kein guter Beobachter zu sein, um aus dem Mienenspiel zwischen Himmler und dem Lagerkommandanten fest­zustellen, wie sie sich verstanden. Himmler war kaum aus dem Lager, da ging's im Block zwei rund. Die Gummiknüppel sausten nur so durch die Luft. ,, Was", schrie die SS- Mannschaft ,,, wollt ihr das Brot und die Wurst sofort zurücktragen. Die Kessel mit den Erbsen sind auch noch hier!" Trotz der ernsten Lage haben wir doch noch lachen müssen. Der ganze Proviant war nämlich zum Schein hereingestellt. Alles von der SS - Küche. Gern hätten wir das Brot, die Wurst und die Erbsen mit Speck gegessen! Wäre die SS - Mannschaft nicht gleich gekommen, hätten wir wirklich alles ver­zehrt die Folgen hätten uns nicht abgehalten. Aber so haben sie uns überrumpelt, sie kannten uns zu genau.

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Da ich gerade unseren großen ,, Freund" Himmler erwähnte, darf ich ein kleines Erlebnis meines Leidensgenossen Herbert M., das sich in Dachau zutrug, wo M. fünf Jahre, bevor er nach Mauthausen kam, zubrachte, hier einflechten. Es wird für meine Leser nicht uninteressant sein, zumal es eines gewissen Humors nicht entbehrt und zudem auch typisch für ein KZ. ist. Herbert M. hat dieses Erlebnis des öfteren zum Besten gegeben, und wir haben uns dabei köstlich amüsiert.

Er war in Dachau an der Ruhr erkrankt und kam wegen zu großer Ge­wichtsabnahme ins Revier. Dachau war, wie er erzählte, gegen Mauthausen ein Sanatorium, und gerne wäre er im Winter barfuß dorthin zurückgegan­gen, wenn man es ihm erlaubt hätte. Nachdem er sich im Revier soweit wie­der erholt hatte, aber zu schwerer Arbeit noch nicht fähig war, bekam er bis zu seiner vollständigen Genesung eine leichte Beschäftigung. Diese bestand, darin, mit anderen Leidensgenossen in der Tomatenplantage, welche der SS gehörte, zwischen den Stauden das Unkraut zu entfernen. Eines Tages erschien Himmler in Dachau . Unter anderem besichtigte er auch die Tomatenpflanzung. ,, Eine sehr gut angelegte Plantage", sagte er zu seinem Begleiter, dem Lagerkommandanten. ,, Gewiß, Herr Reichsfüh­rer", erwiderte dieser ,,, das ist eine Einrichtung für die Häftlinge." All­gemeines Lächeln unter den Unkrautzupfern, die am Boden kauerten. M. meinte, er habe diese Gelegenheit gleich ausgenutzt. Der Kommando­führer hatte angeordnet, daß sich ja keiner von den Häftlingen zeige, wenn der Reichsführer vorbeigehe. Aber Himmler mußte doch beobachtet haben,

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