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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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lassen", oder: ,, Nimm dir einen Strick und hänge dich auf, dann brauchst du nicht die Qualen durchzumachen!" Es sind diese Worte keinem übel zu nehmen, denn fast jeder ärgerte sich, da doch alles verloren war, der SS ein solches Schauspiel zu gönnen. Wiederum konnte man den nicht ver­urteilen, der mit allen Fasern am Leben hing. Denn jeder dieser Armen, oder besser gesagt jeder von uns, glaubte an das Leben.

Nachdem der Marsch an uns vorbei erledigt war, ging's auf den ,, Bock". Fünfundsiebzig oder hundert Stockhiebe, genau kann ich mich nicht mehr besinnen, waren die erste Lagerstrafe für die Flucht. Grausam genug, aber grausamere folgten. Verraten hatte er bis jetzt seinen Kameraden nicht. Er blieb ,, eisern", wie wir das nannten, trotz der unmenschlichen Behand­lung. ,, So, du willst nicht deine Mithelfer verraten", sprach der Komman­dant des Lagers, Ziereis ,,, na, wir haben noch andere Mittel, dich dazu zu zwingen!" Und die teuflichsten Grausamkeiten wurden erdacht. Der Un­glückliche wurde in die Kiste gesperrt, lange Nägel von allen Seiten mit der Spitze nach unten hineingeschlagen und über die Lagerstraße gerollt. Drei Tage und Nächte stand die Kiste vor der Wache. Ununterbrochen mußte er singen. War er ein paar Sekunden ruhig, kam ein SS- Mann aus der Wache und goß eiskaltes Wasser in die Kiste. Nach diesen drei Tagen opferte sich sein Kamerad mit den Worten: ,, Lieber sterben, als das weiter mit ansehen müssen!" So kamen sie zu zweit hinein, und die Prozedur dauerte nochmals drei Tage. Wir glaubten, normal können sie nicht mehr sein, aber sie hatten eine eiserne Natur. Dann kamen sie in den Bunker. Was dort geschah, wissen nur die vier Wände.

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Zweiundvierzig Tage Bunker brachten sie hinter sich. Eines Abends hieß es nach dem Appell wieder: ,, Alles stehen bleiben, keiner auf den Block". Wir wußten Bescheid, was jetzt kam. Der Galgen wurde gebracht und unsere beiden Kameraden hinterher, nur mit der Hose bekleidet. Der Kommandant hielt eine verworrene Ansprache, wie, Befehl von Himmler : ,, Der Häftling ist wegen Flucht und Verstoß gegen die Lagerordnung mit dem Tode durch Erhängen zu bestrafen. Es ist Befehl, jeder Lagerinsasse hat bei der Vollstreckung des Urteils dabei zu sein und es ist bekannt zu machen, Ein unsin­daß es jedem, der es wagen sollte zu fliehen, ebenso ergeht." niger Befehl, eine unsinnige Ansprache! Was haben jene Tausende und Abertausende verbrochen, die man erschlagen, die verhungert und erfroren sind? Was haben jene verbrochen, die vergast, gespritzt und durch die Blut­hunde zerfleischt wurden? Auch auf Befehl von Himmler? Nun, kurz gesagt: der Kistenmacher mußte seinen Kameraden aufhängen. Dreimal riẞ der Strick. Beim vierten Male war der Tischler mit seinen Nerven so herun­ter, daß er den Strick nicht so um den Hals legte, um einen schnellen Tod herbeizuführen. Der Ärmste am Galgen ist regelrecht erdrosselt worden. Die Lagerleitung ergötzte sich, Zigaretten rauchend, an dieser Kultur­schande...

Kamen Himmler und Kaltenbrunner ins Lager, dann war große Auf­regung. Die Halbverhungerten und Kranken wurden wie die Schafe zusam­mengetrieben und in einen Block gesperrt. Ein Schild kam an die Tür mit

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