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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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die Häftlinge wechselten fast täglich. Alles wurde fieberhaft abgesucht, bis man den Fehlenden entdeckte. Dieses Verkriechen war immer eine sehr gefährliche Sache und führte meistens, wenn einer nicht besonderes Glück hatte, zum Tode. Die SS und die Capos sorgten schon dafür, daß der Be­treffende nicht mehr lebendig davon kam, um dem Kommandanten zu zei­gen, wie aufmerksam sie seien. Auch M. glaubte nicht, daß er davonkom­men würde, obwohl er eine bekannte ,, Lagergröße" war, besonders im Organisieren. Als ich M. abends am Turm stehen sah und erfahren hatte, warum, bedauerte ich ihn sehr und dachte: ,, Armer Kerl, du warst doch sonst so wachsam und nun dieses Pech!" Auch ich bezweifelte sehr, daß er noch einmal durchkommen würde.

Aber das Leben geht doch manches Mal sonderbare Wege. Und man mag darüber grübeln, wie man will, es bleibt ein Rätsel. Gerade dann, wenn man ehrlich und gewissenhaft gehandelt und Stein auf Stein fest zusammen­gefügt, es für unmöglich hält, daß es je zusammenbrechen könnte, gerade dann bricht es. Und da, wo man von vornherein die Unmöglichkeit sieht, es aufgibt, erlebt man das Gegenteil. So auch im Falle M. Durch Zufall kam der Kommandant Ziereis in das Lager. M. am Turm sehend, fragte er den ihn begleitenden Lagerführer Bachmaier: ,, Was hat der verbrochen?" Der wichtigtuende Bachmaier beschrieb M's Fall noch schlimmer, als er in Wirklichkeit war. Aber diesmal hatte er sich verrechnet, denn es kam alles ganz anders.

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,, Den ,, Bock" her, und alle Capos vom Steinbruch zu mir", sprach der Kommandant. Mir schien, als ob er gute Laune habe, aber wer kannte sich in diesem unberechenbaren Menschen aus? Ich dachte noch: ,, Armer M., jetzt werden wohl alle Capos ihre Wut an dir auslassen", doch auch darin hatte ich mich getäuscht. Ziereis hatte wirklich einen guten Tag, was selten, sehr selten der Fall war. ,, So, alle Capos bekommen ,, Fünfundzwanzig", sagte jetzt der Kommandant, indem er lächelte. Als die Prozedur vorüber war, fuhr er, zu den Capos gewendet, fort: ,, Wißt Ihr auch, warum Ihr sie bekommen habt? Ich will es Euch sagen. Weil Ihr zu dumm seid. Ich war im Glauben, meine Capos seien intelligent! Ihr Hornochsen! Ihr vollgefres­senen und versoffenen Banditen! Dieser da", er zeigte auf M. ,,, ist zehnmal intelligenter als Ihr! Monatelang hat er Euch an der Nase herumgeführt. Und ich sage Euch, wehe dem, der ihm etwas antut, er geht durch den Schornstein. Abtreten!". Jetzt kam M. an die Reihe: ,, Und Du gehst von heute ab ins Revier", sagte er zu ihm ,,, ich werde anordnen, daß Du SS­Kost bekommst. Wenn Du dich erholt hast, meldest Du Dich bei mir." So ging M., statt ins Krematorium, ins Revier zur Erholung. Nach Wochen meldete er sich beim Kommandanten, daß er wieder gesund und arbeits­fähig sei. Dieser machte ihn daraufhin zum Blockältesten. Jetzt war M. erst recht in Nöten. Alles andere, nur nicht Blockältester wollte er sein. Sein ganzes Sinnen und Trachten ging nun darauf aus, diesen Posten so schnell wie möglich wieder los zu werden. So einfach war das ja nicht. Unmöglich konnte er sich jetzt mit dem Kommandanten überwerfen. Etliche Wochen mußte er schon in den sauren Apfel beißen, um schließlich doch

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