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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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Häftlinge, die schon vom Tode gezeichnet waren, verdanken diesem tapfe­ren, wahrhaft großen Menschenarzt ihr Leben. Professor Podlaher war unser Gott im Lager. Man muß sich vor Augen halten, daß bei vierzig­tausend Häftlingen täglich etliche hundert Kranke den Arzt in Anspruch nahmen. Auch waren Medikamente und Verbandstoffe gänzlich unzurei­chend, aber Professor Podlaher verlor trotzdem nicht den Mut, er war dieser trostlosen Lage gewachsen. Wenn ich mit diesen Zeilen seiner ge­denke, erinnere ich mich jener Tage, da er inmitten seiner Schützlinge stand und seine letzten Zigaretten, ja sogar sein Brot mit ihnen teilte. Er hat mit seiner Aufopferung manchen Deutschen beschämt. Professor Pod­laher wird uns allen unvergessen bleiben!

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IV.

So vergingen Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr. Mor­dend, eintönig und abstumpfend. Seelenlos! Zog man vor einem Toten die erste Zeit die Mütze ein SS- Mann dürfte dies schon gar nicht gesehen haben so fiel dies nach kurzem weg, denn der Toten waren täg­lich hunderte. Abgehärtet, wie wir durch die Jahre geworden, konnte uns fast nichts mehr erschüttern. Nur Haß, Verbitterung und Verachtung blitzten aus unseren Augen. Ich hatte das große Glück, trotz meiner lang­jährigen Lagerzeit ohne äußere körperliche Merkmale- bis auf die ein­geschlagenen Zähne durchzukommen. Aber einige meiner Kameraden haben schon Schweres überstanden, die nachfolgenden Zeilen sollen davon berichten:

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Herbert M., der schon mehrere Semester im Steinbruch hinter sich hatte, kam eines Tages auf die Idee: ,, Lieber tot frieren als tot arbeiten!" Wie schon erwähnt, arbeiteten im Steinbruch durchschnittlich zwölfhun­dert Häftlinge. Jeder Capo hatte eine Hundertschaft, für die er verantwort­lich war. So ein Capo war ein kleiner Herrgott in seinem Bereich und hatte alle Vergünstigungen. Arbeiten brauchte er nicht, Hauptsache war, daß er seine Leute antrieb. Er hatte soviel Vollmachten, daß er sogar über Leben und Tod des Häftlings, der in seinem Kommando tätig war, verfügen konnte. Und manche von ihnen haben davon reichlichen Gebrauch ge­macht. Tagelang hatte mein Kamerad M. Umschau gehalten, wie er sich am besten von der Arbeit drücken konnte. Als altem Lagerinsassen stand ihm nach seiner Auffassung dies Recht zu, denn jahrelang hatte er geschuf­tet. Um die Stellung eines Capos oder Blockältesten bewarb er sich nicht, dazu war er auch noch nicht schlecht genug. So entdeckte er denn eines Tages eine Stelle, wo er sich, wenn die anderen arbeiteten, ausruhen konnte. Es war dies ein umfangreiches Kanalrohr, das er sich mit Stroh auspolsterte. Das ging so ungefähr ein Vierteljahr gut, bis mein M. das Pech hatte, das Einrücken zu verschlafen. Großer Aufruhr im Steinbruch. Wer könnte das bei einer sein? Wenn auch die Capos ihre Hundertschaften abzählten

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mußte er ja fehlen so wußte man immer noch nicht, wer das war, denn

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