Druckschrift 
Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen

Filtesten konn­

hatten.

meinsten gentlich en Mor­

ammen.

ft

grau­furcht­ne! Von men. Der

iser von rch den rikaner. lich das 5 sie den Unter­Geschla­

finde ich wesonders

mständig. Mörder der auch Is, Kame­

. Hut ab

Häftlinge Oonzentra­te- ge­wollte mit ung eine onnte ich

n

Winkel

verschie­

erwähnt­NSDAP.

- diese

rbrecher"

er" klingt bei den Mancher Lager, als n geräumt

wieder ge­

er bei uns

noch bei der SS, die schwer unter ihnen wütete. Mit dem schwarzen Winkel bedacht waren die Asozialen, also die Arbeitsscheuen, Zuhälter und Zigeuner. Die Bibelforscher hatten einen violetten. Sie waren mit die anstän­digsten Kerle im Lager. Nie haben sie sich an Dingen beteiligt, die gegen ihre Überzeugung waren. Sie wären lieber in den Tod gegangen, als daß sie davon abließen. In Freud und Leid hielten sie zusammen wie die Kletten. Die besten Kameraden im Lager aber waren die Spanier. Oft denke ich heute noch an jene Stunden zurück, da ich ihr ,, Amigo"( Freund) war. Sie meisterten die traurigste Situation mit einem gewissen Stolz, der nur den Spaniern eigen ist. Die letzte Zigarette, das letzte Stück Brot teilten sie unter sich. Hatte einer das Pech, über den ,, Bock" gehen zu müssen, so nahm er sein Taschentuch in den Mund, damit ja kein unverhoffter Klagelaut hervordrang. War die Prozedur beendigt, trug er stolz erhobe­nen Hauptes die Schmerzen. Ja sogar mit einem Lächeln auf den Lippen, einem Lächeln, das da sagen mochte: ,, Lieber sterben, als dich merken las­sen, wie weh du mir getan." Oft, wenn ich in ihrem Kreise weilte, ein Leckerbissen wurde mir bei dieser Gelegenheit immer verabreicht, denn im Organisieren waren sie groß erzählten sie mir in einfacher und schlichter Weise von ihrem Land, ihrer Familie, ihren Sitten und Gebräu­chen. Einmal lag ich krank. Doch ein Gefühl der Geborgenheit war in mir, als ich sah, wie sie sich bemühten, mich wieder auf die Höhe zu bringen. Eine Mutter konnte nicht besser an mir handeln. Menschen dieser Art sind heute leider so selten, und darum werde ich meine spanischen Freunde nie vergessen!

-

-,

-

Da ich gerade von guten Kameraden hier spreche, darf ich einen nicht vergessen: unseren damaligen Lagerältesten, Karl R. aus Wien . Ich möchte fast sagen, er war ein geborener Lagerältester. Humorvoll, ruhig und gelas­sen sorgte er für uns wie ein Vater für seine Kinder. Mit seiner vornehmen Gesinnung setzte er sich nicht nur bei den Häftlingen, sondern sogar bei der SS durch und hat so viel Unheil von uns abgewendet, was man von späteren Lagerältesten nicht sagen konnte. Die schwierigsten Fälle verstand Karl R. meisterhaft zu ,, bügeln", wie man das bei uns nannte. Aller Un­gerechtigkeit war er feind, und uns zu schikanieren lag ihm gänzlich fern. Die Hauptsache war, daß der Bettenbau klappte und die Blöcke in Ordnung gehalten wurden. Sein Steckenpferd, die Sauberkeit, hatte schon seinen Grund. Wäre er da nicht so dahinter gewesen, hätte manche Seuche aus­brechen können, denn die Lagerleitung kümmerte sich wenig darum. Im Gegenteil, war irgend eine Krankheit ausgebrochen, wurden die Kranken einfach durch eine Einspritzung in das Jenseits befördert. Menschen waren ja so billig! Man nahm neue Verhaftungen vor, und das Lager war wieder aufgefüllt.

In tiefer Dankbarkeit sind diese Zeilen Karl R. gewidmet. Er wird mir in steter Erinnerung bleiben, als Kamerad, der sein Bestes hergab zum Wohle aller Lagerinsassen.

Kamerad im wahren Sinne des Wortes ist auch der Tscheche, Profes­sor Podlaher, gewesen. Er betreute das Häftlingsrevier und unzählige

15