Druckschrift 
Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen

täglich die Rationen der übrigen Blockinsassen nahm. Die Blockältesten waren zum größten Teil brutal bis auf die Knochen, dumm( manche konn­ten kaum schreiben), falsch und feige, wenn sie keinen Hinterhalt hatten. Auf ihr Konto kommt der Tod unzähliger Häftlinge.

-

-

Der Lagerschreiber Leizinger, ein Wiener, war einer der gemeinsten Häftlinge, die das Lager ,, Mordhausen" aufzuweisen hatte. Er ist eigentlich = außer dem Kommandanten- der Hauptschuldige an dem großen Mor­den im Lager. Leizinger stellte täglich die Arbeitskommandos zusammen. Wer ihm oder dem Lagerführer nicht paßte, verschwand auf eine oft grau­same Weise. Wehe dem, der es mit Leizinger verdarb! Er besaß eine furcht­bare Macht und hat sie weidlich ausgenützt, im schlechtesten Sinne! Von uns hat er den schönen Titel ,, Kaiser von Mauthausen" bekommen. Der Dummkopf war sogar noch stolz darauf! Genug von ihm.- Der ,, Kaiser von durch den Mauthausen " ist auch alle Schuld rächt sich auf Erden Schornstein gegangen, lange vor unserer Befreiung durch die Amerikaner. Überhaupt habe ich bei vielen Wienern und Münchnern vergeblich das ,, goldene Herz" gesucht, dessen sie sich so rühmten. Ich fand, daß sie den Norddeutschen in nichts nachstanden. Ebenso bestand auch kein Unter­schied zwischen politischen, kriminellen oder asozialen Häftlingen. Geschla­gen, geraubt und gemordet wurde hüben wie drüben, und daher finde ich es nicht angebracht, daß man die politischen Häftlinge gar so besonders hervorhebt. Viele von ihnen waren im Lager alles andere als anständig. Hier in der kleinen Welt war es wie in der großen. Lumpen und Mörder waren unter den kriminellen, Lumpen und Mörder waren aber leider auch unter den politischen Häftlingen. Anderseits waren anständige Kerls, Kame­raden, unter den politischen wie unter den kriminellen Häftlingen. Hut ab vor ihnen!

-

-

-

-

ge­

konnte ich

-

diese

noch bei Winkel bed Zigeuner. I digsten Ke ihre Überz sie davon a Die be

Gelitten haben alle Häftlinge im Lager und die kriminellen Häftlinge sie kamen darnach ins Konzentra­hatten meistens ihre Strafe verbüßt, tionslager zu ihrem ,, eigenen Schutz", wie man das so schön nannte führt wurden sie als ,, Berufsverbrecher". Der politische Häftling wollte mit ihnen nichts gemein haben. Abgesehen davon, daß jene Einstellung eine Dummheit war viele Politische haben das später erkannt doch im Laufe der Jahre feststellen, daß mancher, der den roten Winkel trug, den grünen hätte tragen müssen. Diesen Winkel gab es in verschie­denen Farben im Lager. Die den roten trugen, waren- wie schon erwähnt- politische Häftlinge, ganz gleich, ob sie von der KPD., SPD. oder NSDAP . kamen, ferner sämtliche Ausländer, mit Ausnahme der Spanier, hatten einen blauen mit einem weißen S darin. Die ,, Berufsverbrecher" ( BV.) trugen einen grünen Winkel. Das Wort ,, Berufsverbrecher" klingt gefährlicher als sie selbst waren. Etwas anderes war es schon bei den Sicherheitsverwahrten( SV.). Ihr Delikt war schon schwerer Art. Mancher von ihnen hatte einen Mord begangen. Sie kamen aber erst ins Lager, als der Krieg bereits dem Ende zuneigte und sämtliche Strafanstalten geräumt wurden. Ich glaube auch, daß keiner von den SV. die Freiheit wieder ge­sehen hat, denn sie besaßen kein gutes Ansehen im Lager, weder bei uns

14

ich heute

war. Sie m

nur den Spa sie unter s so nahm e

Klagelaut

nen Haupt einem Läch

sen, wie we Leckerbiss im Organi schlichter chen. Einn als ich sa Eine Mut

sind heute

nie verge

Da i vergessen fast sagen sen sorgte Gesinnung

der SS du späteren I

Karl R. m

gerechtigk Die Haupt gehalten Grund. W brechen k

Gegenteil,

einfach du

ja so billig

aufgefüllt.

In tie

in steter

Wohle all

Kame

sor Podl