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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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Dr. Pelzer, mußte dasselbe durchstehen und obendrein noch seine Kunst im Laufen zeigen. Ich glaube, Pelzer ist in seinem Leben nie mit so viel Herzklopfen gelaufen wie damals.

Nachdem die SS sich ihr Mütchen an uns gekühlt hatte, gingen wir zur Aufnahme! Das war ein Spießrutenlaufen! Jeder, ob SS oder Häftling, die Aufnahme fand in der Lagerschreibstube statt ließ seine Wut an uns aus. Alle unsere persönlichen Sachen wurden uns abgenommen und in einen Sack gesteckt. Dann erhielten wir die gestreifte Häftlingskleidung mit dem roten Winkel, da wir Politische waren. Nach diesem so außerordentlich netten Empfang wurden wir, ohne zu baden ein Glück für uns, später mußten alle Zugänge baden, und da ging es hoch her auf die Blöcke verteilt.

An Ruhe nach dieser ermüdenden Fahrt wir waren von Berlin bis hierher vierzehn Tage unterwegs war nicht zu denken, an Essen auch nicht. Esgab einfach nichts. Jetzt schikanierte uns erstmals der Blockälteste. Ein Kapitel für sich, diese Blockältesten, doch davon später!Also jetzt werdet ihr mal Bettenbauen lernen, ihr Hornochsen, sprach derhohe Herr. Ungefähr eine Stunde lang haben wir probiert, aber nach seiner Meinung klappte es immer noch nicht. Und so ging es in einem fort: bauen, einreißen und wieder bauen. ‚‚Wehe euch, baut ihr mir morgen früh nicht ein anständiges Bett, war der Gutenachtgruß des Blockältesten. Ich konnte vor lauter Nachdenken über den Bettenbau trotz der Müdigkeit kaum einschlafen. Kleine Lagerschikanen aber sie gehörten mit zu den unangenehmsten.:

Il.

Dann begann der Alltag im Lager. Je nach Jahreszeit, um vier oder fünf Uhr morgens war Wecken. Heute noch klingt mir die Lagerglocke in den Ohren. Sie war der Schrecken sämtlicher Lagerinsassen, rief uns aus den Träumen in die grausame Wirklichkeit zurück. Das Erste: Bettenbau und nochmals Bettenbau! Wehe dem, der mit dem Bett auffiel! Er ging un - weigerlich über denBock und erhielt seinefünfundzwanzig mit dem Ochsenziemer, die von den kräftigsten der SS verteilt wurden. Wir nannten dies die ganz festen haben trotz allen Elends auch hier ihren Humor nicht verlorenAuszahlung. DerBock bestand aus Holz. Er war ungefähr einen Meter hoch und ebenso lang. Der Häftling mußte sich dar- über legen, seine Hände wie auch die Füße kamen in Schlaufen und bei jedem Schlage mußte er mitzählen. Es kam vor, daß mancher sich zu seinen

verzählte, wiederum andere waren darunter, die mit dem Zählen

weiter voraus waren als die SS mit den Schlägen, aber nur wenige hatten damit Glück. Mir ist, Gott sei Dank, nie das Pech widerfahren, über den Bock gehen zu müssen. Nach dem Bettenbau ging es, ob Sommer oder Winter, fast nackend in den Waschraum. War man nicht schnell genug, konnte man mit dem Gummiknüppel Bekanntschaft machen. Ich habe nie

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