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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
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I. Teil

I.

Abseits der großen Heerstraße Wien - Linz , ungefähr fünf Kilometer nordwestlich von dem alten, ruhigen Städtchen Mauthausen , liegt jenes berüchtigte KZ , Mordhausen" genannt, von meterdicken Steinmauern und elektrisch geladenem Stacheldraht umgeben, wie eine Festung aus uralten Zeiten. Die Hölle auf Erden!

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von uns

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Mauthausen , wenn ich deinen Namen höre, höre ich heute noch den Schrei der tausend und abertausend Unglücklichen, die in deinen Mauern Unfaẞbares und Menschenunwürdiges erlitten haben.

Vor meinen Augen sehe ich den Kommandant Ziereis, jene Bestie in Menschengestalt, für den wir Häftlinge weniger als Dreck waren. Tau­sende hat er aus Wollust ermordet und hinmorden lassen. Leider hat er kurz vor der Einnahme von Mauthausen einen zu schnellen Tod gefunden. Als ehemaliger Zimmermannsgeselle hat er es auf Grund seiner unnach­ahmlichen Brutalität und Freundschaft zu Himmler sehr bald bis zum SS­Standartenführer gebracht. Nebenbei bemerkt, besaß er auch mehrere Autos, zwei Reitpferde, eine Messerschmitt, einen Fieseler Storch, ja sogar eine Hühnerfarm mit mehreren tausend Hühnern, von einer Villa mit allem Komfort ganz zu schweigen. In seiner Eigenschaft als Lagerkommandant waren ihm außer dem Mutterlager Mauthausen noch die Nebenlager Gu­sen I und II, Vöcklabruck , Wiener- Neustadt u. a. unterstellt. Hier war er Kaiser in seinem eigenen Reich, und wer ihm nicht paßte, den ließ er verschwinden, meistens auf eine grausame Art.

Seine rechte Hand, erster Schutzhaftlagerführer Bachmaier, stand ihm in nichts nach. Dieser war Besitzer der beiden Bluthunde ,, Prinz" und ,, Lord ", durch die er eine große Anzahl Häftlinge buchstäblich zerfleischen ließ. Er war einer der brutalsten Menschen, die ich je gesehen habe. Wir nannten ihn den ,, Schrecken von Mauthausen"! Es will mir heute noch nicht in den Kopf, wie Menschen, deutsche Menschen, die doch auch eine Mutter, ja selbst Frauen und Kinder hatten, solche Bestien sein konnten.

Schon auf dem Weg vom Bahnhof Mauthausen nach dem Lager beka­men wir eine erste Kostprobe dessen, was uns dort erwartete. Freilich, durch die Stadt ging alles schön in Ruhe, aber man wurde das Gefühl nicht los, daß es eine gemachte Ruhe war. Und richtig, wir waren kaum einen Kilometer von der Heerstraße entfernt in den berüchtigten Hohlweg nach dem Lager abgebogen, da ging es auch schon rund. ,, Ihr Sauhunde, wollt Ihr laufen! Auf, nieder!" Immer rein in den größten Dreck, und immer drauf mit dem Gewehrkolben. Ein Marterweg! Nie werde ich ihn vergessen. Viele Tausende sind diesen Weg schon gegangen, nur wenige haben ihn wiedergesehen!

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Bei unserer Ankunft im Lager erhielt ich zur Begrüßung von dem damaligen zweiten Schutzhaftlagerführer Ernsberger soviel Kinnhaken, daß mir die Zähne nach allen Richtungen standen. Mein Leidensgefährte,

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