Allein
Wir sind ja alle namenlos allein,
denn keiner kennt des andern Tiefe.
‘ Man ruft oft einen Freund, als riefe
man ohne Stimme und schreibt Briefe,{
die niemand liest, Man wächst in sich hinein.
Man geht am Abend durch den engen Kreis der Freunde, die man längst verlassen.
Im Traum erscheinen ihre blassen
Gesichter ausgehöhlt, wie Gassen,
die man oft sah, von denen man nichts weiß.
Wer weiß denn um des andern Seelensein? Wer zählt des. Nächsten stumme Tränen? Wer sieht ihn nachts am Fenster lehnen,
fast wie betäubt in seinem Sehnen?
Wir sind ja alle namenlos allein.


