Späte Stunde
Wie schwer heut die Stille ist.
Ich kann meinen Herzschlag hören, ich fühle ihn mit den Händen. Stumm rieselt von blauen Wänden “ die Nacht in gespreizte Föhren,
durch die sich der Vollmond frißt.
Nicht schließen das Fenster! Nein! Vielleicht, daß mich einer riefe..... Kein Laut. Nur das hohle Ticken des Blutes. — Ich muß ersticken, wenn niemand mich aus der Tiefe
der Nacht nimmt. Ich bin allein.
Hört keiner mein banges Flehn? Nimmt keiner von mir die harte, erstarrte Angst und mein Sehnen? Nur Stille schwingt. Und die Strähnen des Monds sprühen gelb. Ich warte.
Ich warte. Weiß nicht, auf wen.
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