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Märtyrer : Gedichte / Dagmar Nick
Entstehung
Seite
33
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Herbstzeitlose

Nun trägt die Landschaft schon des Herbstes Farben. Wie tut mir der erneute Abschied weh. Auch deine zarten Herbstzeitlosen starben,

die du mir schenktest. Und der Weg am See,

den wir gemeinsam durch den Abend gingen,

ist nebelüberhangen; ohne Halt dehnt er sich hin, unwirklich, wie auf Schwingen.

Und ich bin plötzlich wie verbraucht und alt.

Denn alles endete, was wir uns gaben, und welkte blaß wie Blüten durch den Wind. Ich aber will nun nie mehr Blumen haben,

seit deine Blumen mir gestorben sind.