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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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deutsche Auffassung über Mangelernährung bewertet werden kann. Er fand subjektive Erscheinungen, Gedächtnisschwäche, Er­müdung, Schlafbedürfnis und Grundumsatzsenkung. Eine Arbeits­leistung ist nur auf Grund des Aufbrauchs von Körpersubstanz möglich, Eiweißmangel stört die Regeneration und die Sekretion bis zu irreparablen Zellschäden, und zwar besonders der Blut­zellen( Anämie), bewirkt Dysfunktion der hormonalen Organe, ferner Unterfunktion der Verdauungsfermente und Immunkörper­mangel. Weiterhin erfolgt Abfall des Serumalbumins, welches den kolloidosmotorischen Druck reguliert; diese Verminderung bedeu­tet verringerte Wasserhaltung im Blut( Hungerödem). Bei Dar­reichung biologisch minderwertigem Eiweiß kann Zugabe von Milch, Hefe und Sojaeiweiß Vollwertigkeit bedingen. Parenterale Eiweißzufuhr, Transfusion oder Zufuhr von Aminosäuren( als Tropfinfusion) kann Besserung bewirken. Fettmangel bewirkt, trophische Hautstörungen, hämorrhagische Nierenveränderungen. Nach amerikanischen Versuchen sind nur minimale Fettmengen erforderlich, aber aus vielen Gründen( Verminderung der Schäden voluminoser Mahlzeiten) sollen etwa 30% der Kalorien als Fett gegeben werden. Synthetisches Fett wird nur in Mengen bis etwa 40 g gut vertragen und außerdem die Vitamin A- und D- Auf­nahme gefährdet, was zu Dunkeladaptionsstörung und Osteo­ porose führt.

DRYGALSKI wies dann noch besonders darauf hin, daß oft das Vitaminüberangebot nicht wirkt, wohl infolge Fehlens des Vehi­kels( Fett!).

Man wird ohne Übertreibung sagen können, daß in großen Be­zirken z. Z. die Ernährungsverhältnisse nicht viel besser liegen als im Kz. Die Unterbringung dürfte oft auch nicht viel besser sein. So ist es kein Wunder, wenn die Nachrichten über eine bedrohliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes sich häufen!

Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hierüber erschöpfend zu berichten. Wir bringen nur nach der ,, Neuen Auslese" 1946/10 und American Magazin New York , März 1946, einige Berichte aus an­deren europäischen Ländern. Deren Lage ist darum für uns von Wichtigkeit, weil der Lebensstandard in Deutschland nicht besser sein soll als in den anderen europäischen Ländern, wir also an einer Besserung der allgemeinen Lage besonders interessiert sind. In Polen ist die Lage verzweifelt, das ganze Land ist ein einziger Krankheitsherd geworden. In Warschau ist jeder fünfte tuber­

kulös.

In Jugoslawien besteht Hungersnotgefahr.

In Griechenland ist die Lage geradezu verzweifelt. Das Ge­sundheitswesen ist desorganisiert. Die Hälfte der Bevölkerung ist z. Z. malariakrank.

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