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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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der relativ guten bayerischen Ernährung plus Kz- Zusatz sich wieder, wenn auch abgemildert, einstellten.

Andererseits muß ich folgendes sagen. Ich bin seit einem Jahre Chefarzt der Inneren Abteilung des Schwabinger Krankenhauses, das z. Z. beschlagnahmt, für DP- Patienten bestimmt ist, die meist Jahre schlechter Ernährung durchmachten, aber seit Mai 1945 relativ günstig gestellt sind. Es gibt allerlei Krankheiten, die mit den früheren Entbehrungen im Zusammenhang stehen dürften, aber durch Vitaminmangel bedingte Krankheiten habe ich nicht angetroffen. Speziell ein Mangel an Vitamin C war in keinem Falle nachweisbar.

Ich bin am Ende und habe das grauenvolle Bild der Mangel­krankheiten, an denen in Theresienstadt die Menschen litten und starben, entrollt. Ich will nicht verschweigen, daß es in Theresien­stadt auch Lichtblicke gab, besonders die Möglichkeit geistiger Betätigung. Es gab Vorträge, Bibliotheken, ärztliche und philo­sophische Gesellschaften, Konzerte usw. Aber trotzdem war es ein Todeslager, und wer nicht von außen Hilfe erhielt( Nahrungs­mittel!), war dem sicheren Tode geweiht. Es bedurfte zur Herbei­führung des von Hitler proklamierten Zieles, der Vernichtung der Insassen, nicht der Verbrechen, die in den sogenannten. Vernich­tungslagern begangen worden sind.

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Aber vielleicht können die Erfahrungen, die in diesem Riesen­ernährungsexperiment gemacht worden sind, in der Zukunft viele Tausende vor Erkrankung und Tod bewahren. Denn auch in Deutschland bestehen zur Zeit Verhältnisse, die wenn auch nicht in dieser ausgesprochenen Weise wie in Theresienstadt, die Krankheiten der beschriebenen Art, mindestens in abortiver Form, hervorrufen müssen. In diesem Sinne wäre es sehr erfreu­lich, wenn diese Ausführungen den ärztlichen Kollegen der Sieger­und Besatzungsmächte in die Hand kämen und die entsprechenden Maßnahmen auslösten.

Nachtrag.

Zwischen der Niederschrift einer Arbeit und ihrem Erscheinen pflegt jetzt in Deutschland eine geraume Zeit zu vergehen, und inzwischen haben sich die Ernährungsverhältnisse für alle, die sich nicht..nebenbei" Nahrungsmittel verschaffen können, katastro­phal gestaltet. So konnte HEILMEYER schon. 1946( Med. Klinik, Nr. 41) teilweise über analoge Erfahrungen berichten: von Hypo­tonien, Enteroptosen, neu auftretenden Hernien, Hungerödemen, Mangeldiarrhöen, die vor allem bei alten Männern auftraten, ebenso von Zunahme der Osteoporosen .

Auf dem 1. Mikrobiologenkongreß nach dem Kriege im Jahre 1947 in Göttingen erstattete LANG, Mainz , ein Referat, das als die

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