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Schlußbetrachtungen
Die in Theresienstadt gemachten Erfahrungen weisen darauf hin, wie wichtig es ist, Methoden zu finden, welche erlauben, das Fehlen eines Vitamins mit Sicherheit und möglichst auch quantitativ festzustellen. Bekanntlich gibt es eine solche Methode vor allem für das Vitamin C 11). Fehlt nur ein Vitamin, so ist die Konstatierung relativ einfach, wenn das fehlende Vitamin ein typisches Krankheitsbild wie Beri- Beri, Pellagra, Rachitis oder Skorbut auslöste. Handelte es sich aber um larvierte und unterschwellige Avitaminosen, ferner um kombinierte oder atypische Krankheitsbilder, so steht man in diagnostischer und therapeutischer Beziehung vor großen Schwierigkeiten. Und gerade unsere Beobachtungen zeigen, wie wichtig und vordringlich die Aufgabe ist, neue diagnostische Methoden zu entwickeln.
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Weiter zeigten unsere Beobachtungen wie man jetzt im Jahre 1947 allgemein annimmt daß die Zahl der Kalorien nicht der maßgebende Faktor ist. Zwar wurde durch allerhand interne Vorgänge, die hier nur angedeutet werden sollen, die Zahl der zugebilligten Kalorien nicht entfernt erreicht. Aber trotzdem bin ich der Überzeugung, daß die beschriebenen schweren und tödlichen Erkrankungen im wesentlichen nicht durch die verringerte Kalorienzahl bedingt sind.
Dies gibt Veranlassung, für zusätzliche Ernährung, wie sie Kranken und früheren Kz- Häftlingen jetzt in den deutschen Okkupationszonen zugebilligt wird, einige Anregungen zu geben. Das Zusätzliche besteht im wesentlichen aus Kohlehydraten, während es notwendig wäre, Fleisch, Fisch, Fett und vor allem Obst und Gemüse zusätzlich zu geben. In. dieser Beziehung sind Beobachtungen über das Verschwinden und Wiederauftreten avitaminotischer Erscheinungen von großer Bedeutung. Ich habe z. B. beobachten können, daß schwer avitaminotische Patienten, besonders solche, die den nervösen Symptomenkomplex, den wir hier ausführlich bei der BERGELschen Krankheit beschrieben haben, aufwiesen, alle die schweren Symptome verloren, wenn sie Gelegenheit hatten, etwa 8 Wochen in mittlerer Gebirgshöhe unbegrenzt Vollmilch und Obst zu sich zu nehmen, und daß die Symptome bei
11) Vitamin B mit dem Thiochromverfahren cf. TORPP und GEIGER Kliwo 1943, S. 470.
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