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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
Entstehung
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Polyneuritiden zu erzeugen in der Lage sein dürften. Man wird diese Wirkung in Vergleich setzen müssen mit der Wirkung des unbelebten Virus der Tabak- Mosaikkrankheit. Auch außerhalb des Konzentrationslagers scheint sich der Vitaminmangel in gleicher Richtung ausgewirkt zu haben; wenigstens habe ich jetzt in der Münchener Universitäts - Nervenklinik eine so große Zahl von Polyneuritiden gesehen wie niemals zuvor, die meisten davon nach Diphtherie. Es scheint die Kriegskost diese Vermehrung von Polyneuritiden zu bewirken oder wenigstens ihre Entstehung nach anderen Schädlichkeiten zu fördern 8). Es wäre damit ein neuer Be­weis dafür gegeben, daß die Sprue eine auf Avitaminose zurück­zuführende Erkrankung ist. Die Avitaminosen, und speziell die mit hyperchromer Anämie einhergehenden, neigen dazu, nervöse, organische, nicht funktionelle Nervenerkrankungen auszulösen, z. B. auch Strangerkrankungen von verhängnisvoller Schwere. So lange man diese Eigenschaft der Avitaminosen nicht kannte, waren diese schweren irreparablen Erkrankungen des Zentral­nervensystems, z. B. im Verlauf der Pellagra , gänzlich unver­ständlich. Jetzt weiß man auch noch nicht genug darüber, aber die Nervenerkrankungen ordnen sich wenigstens einem großen Ge­setz unter, und man kann die Hoffnung hegen, daß die weitere Forschung Aufschlüsse gibt, die vielleicht auch therapeutische Möglichkeiten in sich tragen.

Die Tuberkulose in Theresienstadt.

Meine Notizen und die Statistik über die Ausbreitung der tuber­kulösen Erkrankungen in Theresienstadt sind leider von mir noch nicht aufgefunden worden. Eine Anschauung über die zunehmende Ausdehnung der Tuberkulose gibt aber auch schon die mitgeteilte Mortalitätsstatistik. Im Jahre 1944 stieg die Tuberkulose immer weiter an und erreichte, ein bedrohliches Ausmaß. Ziemlich reich­liche Nahrungsmittelzulagen konnten nicht helfen, da sie nicht prophylaktisch, sondern erst nach Ausbruch einer meist schweren Tuberkulose gegeben wurden. An anderen Orten sind in den Lagern ähnliche Beobachtungen über die Ausbreitung der Tuber­kulose gemacht worden. In der Mehrzahl der Fälle dürfte es sich nicht um tuberkulöse Ansteckung, sondern um Aktivierung vor­handener und bei der Einlieferung ins Lager noch inaktiver Herde gehandelt haben, die sich aktivierten nach Schädigungen, nach dem Durchmachen von Infektionskrankheiten, nach den Schutzimpfungen( bes. gegen Typhus ), nach der kalorisch unzu­

8) Herr Geheimrat Prof. Dr. BUMKE, München , hat ebenfalls die Beobach­tung gemacht( persönliche Mitteilung), dass die Polyneuritiden ausserordentlich stark zugenommen haben und ist der Ansicht, dass dies mit den Ernährungs­verhältnissen in Zusammenhang steht.

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