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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
Entstehung
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arbeitsfähigen Leute bekamen an Fett nur 60 g2*) Margarine für die Woche. In Anbetracht dieser Verhältnisse hätte man eine noch viel größere Zahl von Nachtblindseinfällen erwarten müssen. Es standen nur relativ geringe Mengen von Vitamin A zur Verfügung, trotzdem ist man im allgemeinen zu einem günstigen therapeuti­schen Resultat gekommen.

Weiter waren Steigerungen des intraokularen Drucks häufig. Man kam öfter dazu, akute Glaukomfälle zu beobachten. Die Behandlung war schwierig, weil die entsprechenden Mittel sehr knapp waren, beziehungsweise fehlten, und weil man nach Mög­lichkeit( worauf wir noch zu sprechen kommen werden) opera­tive Eingriffe vermeiden mußte. Die augenärztliche Spezialität war besonders gut vertreten, und es sind eine Reihe von Fällen mit z. T. sehr guten Resultaten operiert worden, wenn eben die subjektiven Beschwerden zu groß geworden waren. Die Ursachen der Häufung der Glaukomfälle, die in Theresienstadt auch öfter junge Leute betrafen, ist nicht geklärt. Man weiß also nicht, ob die Ernährung oder die vielen psychischen Erregungen daran die Schuld trugen. Ich möchte der Vermutung Ausdruck geben, daß das Reticulo Endothel, auf das wir nachher noch zu sprechen kommen werden, am Zustandekommen dieser Prozesse einen An­teil hat.

Eine der unangenehmsten und bei den alten Leuten sehr häu­fige Erkrankung war die Osteoporose . Ziehende und reißende Schmerzen, lange für rheumatisch gehalten, stellten sich schließ­lich als Osteoporose heraus. Als die Zahl der Brüche nach den leichtesten Unfällen eine enorme Zahl erreichte, Häufung von Ober­schenkelbrüchen ein tägliches Vorkommnis war, wo es öfter sich ereignete, daß der geheilte Oberschenkel wieder brach oder beim zweiten Bein eine Oberschenkelfraktur auftrat, konnte man das Vorhandensein der osteoporotischen Erkrankungen nicht gut mehr übersehen. Besonders charakteristisch war, daß schon eine leichte Kompression des Thorax erhebliche Schmerzen auslöste und schon der Druck des aufgelegten Stethoskops Rippenfrakturen herbei­führte!

Wir haben oben schon davon gesprochen, daß ganz unwesent­liche Unfälle in Theresienstadt infolge des Vorhandenseins einer nicht erkannten Osteoporose zu Frakturen führten. Ich entsinne mich eines Falles, wo eine etwa 68jährige Dame, die ganz rüstig nach Theresienstadt gekommen war, beim Anstehen nach Essen von den hinter ihr Befindlichen leicht angestoßen wurde, und, ohne daß sie zu Fall kam, davon eine Schenkelhalsfraktur davon­

2) Das erschien uns im Moment der Niederschrift eine unglaubhaft kleine Menge. Heute teilt die Besatzungsbehörde zur Beschwichtigung der Bevölke­rung mit, dass die Monatsmenge von 150 g Fett aufrecht erhalten bleibt.

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