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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
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nalsozialisten zum Gesetz ihrer Macht. Diese unbegrenzt zu besitzen, war der Grund, weshalb man den Partei­genossen an seinen freien Abenden und Sonntagen, mar­schieren ließ, weshalb Beamte aller Art, Lehrer, Rechts­anwälte und Dozenten sich ihre Anstellung mit einem , Schulungslager' verdienen mußten, in welchem regelmäßig der stumpfsinnigste Kommiẞton das Regiment führte.

Die Hetzjagd im, Aufnahmeblock' des Konzentrations­lagers Dachau und der entwürdigende, alles personale Ge­fühl brechende Kommißdrill und die zerstörende Exerzie­rerei der Hitlerjugend bilden eine einzige Konsequenz. Die Unterdrückung hier und die Dressur dort entspringen der­selben Wurzel. Der preußische Feldwebel in seiner schlimm­sten, subalternsten Art ist der Lehrmeister der national­sozialistischen, Bewegung geworden. Es ist bedauerlich, daß viele Deutsche sich dem unbedenklich, ohne inneren Widerstand, unterworfen haben. Sie gehorchten- ,, und mit Lust"! In diesem unkritischen Trieb zur blinden Dis­ziplin liegt eine der Hauptursachen für Hitlers schnellen Aufstieg. Ohne den Drang, sich im Glanz seiner Uniform zu spiegeln und endlich wieder kommandieren zu dürfen, ohne die Befriedigung, in jeder wichtigen Frage unter Be­fehl zu stehen und der eigenen Entscheidung enthoben zu sein und ohne das Verlangen, die eigene Persönlichkeit in der anonymen Masse verschwinden zu lassen, hätte das nationalsozialistische System kaum das Dutzend Jahre überdauert. Die Enge der langen Jahrhunderte, da der Deutsche eingezwängt war in Fürstenwillkür und Unter­tanenohnmacht, die Zersplitterung und Krähwinkelei, das alles wirkte mit, jene Bereitwilligkeit zu schaffen, die Hit­

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