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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
Entstehung
Seite
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undins verantwortungslose Gehorsam und blieb zuletzt nur noch ül jene Umkehr der Tapferkeit, die in Wirklichkeit dumpfes Beharren ist. Wir dürfen aber nicht einseitig das Militärische mit dem Soldatischen, den echten Wert des Soldatentums mit seiner Verzerrung durch den Ungeist des Kommiß gleichsetzen. Wir müssen uns erinnern, daß auch in diesem Kriege Millionen deutscher Soldaten Tapferkeit und menschliche Haltung bewiesen haben, oft im bittern Ge- fühl des ‚Umsonst. Wir sehen, daß ein geschichtlicher Weg an sein Ende gelangt ist, wollen uns aber gerade deshalb

nicht zur Ungerechtigkeit verleiten lassen. Die Technik drängte den Menschen in den Hintergrund. Was bedeutet die Tapferkeit des bang in die Erde gekrallten Infante- risten gegenüber den Panzerungetümen, was bleibt übrig, als den übermächtigen Bombengeschwadern einen stumpfen Gleichmut entgegenzusetzen? Keiner hat diese Entwertung des Menschlichen so erlebt, wie der deutsche Soldat, den eine verbrecherische, unfähige Führung rücksichtslos dem technisch höchstgerüsteten Gegner entgegenwarf. Was half hier das Wort vom ‚tapferen Herzen, das immer wieder benützt wurde, um den Widerstand anzustacheln und das Leben der Teufelssippe der nationalsozialistischen Gewalt- herrscher zu verlängern? Die Technik hat sich das Schlacht- feld erobert und den Menschen zur Seite gedrängt. Zu dieser Entwicklung, die den gesamten abendländischen Raum überschattet, trat hinzu, daß die starre preußisch- . militärische Form das Menschliche und wertvolle Eigen-

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halb ge| schaften, wie Selbstverantwortung und Treue zum eigenen I geld-| Wesen, ohnehin gefährdete. Was von Vernünftigen als Ir{ a. 1 1 li ja IM Gefährdung erfahren wurde, das eben nahmen die Natio- | vo

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