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Gebändigte Dämonen : von der Überwindung der Gewalt / Gerhart Binder
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Immer dichter knüpfte sich das Netz der Gewalt. Zu­gleich wuchs mit jedem Jahre die Zahl der Konzentrations­lager, mehrte sich die Menge der Insassen und steigerte sich die Grausamkeit der Methoden. Immer dichter wurde die Zone des Schweigens. Hitler fühlte sich stark genug, dem Volk die letzten Rechte zu entreißen. Er hatte die Wirkungsbahnen des Staatsgefüges so geführt, daß keine unwillkommene Nachricht das Volk erreichen und kein Widerspruch mehr das System gefährden konnte. Bei Kriegsbeginn, vollends enthemmt, warf die Partei die Tar­nung ab. Nun wurde zugegeben, daß man, unerwünschte Elemente ausmerze', und in Verordnungen und Erlassen unverhohlen der schärfste Terror eingesetzt. Es hatte des Krieges bedurft, um die Dämonen ganz zu entfesseln.

Das Deutsche Reich selbst glich einem riesigen Konzen­trationslager. Wenn auch die Maßstäbe anders waren, die Mittel verhüllter und die Bewegungsfreiheit größer: im Grundsätzlichen sehen wir hier wie dort die gleiche Be­drückung. Deshalb ist es wohl möglich, den Weg der Ge­walt an den Geschehnissen der Konzentrationslager abzu­messen. Vieles, was innerhalb ihrer Mauern sich zutrug, bezeichnend - gewiß in der äußersten Steigerung für das Wesen dieses Regimes der Willkür. Die national­sozialistische Gewaltherrschaft erscheint uns als das äußerste

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