Forſchung und eingeſchloſſen 1 der Experte is aus Hand- ge reines Denz zug und voll- Doktrin des nken(Huſſerl), der anti-intel= der Erkennt- Seiten menſch- beſchreibt, um Gegenſtand der ſchied ¿wiſchen aber parteiiſch dieſes Verhält- mit der Unter- ei, ſondern die

rlangt von der-

hließlich diene. bleibt ſie ſelbſt iger politiſcher jen Gewalt, in ie Wiſſenſchaft, póllige Partei- ; dabei für die fir Volks- und zichtpunkt auf:

ne wiſlenſchaft- ſtiſchen Mitteln taaten mit deſ Staaten, in

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2. Der Begriff der ldeologie

Pie beiden in Deutſchland bekannten Hauptauffaſſungen der Ideologie ſind die von Marx und Mannheim . Marx verſtand unter der Ideologie die Ideolo= gie der herrſchenden Klaſſe, wobei er bei einer ſtreng kauſalgeſetzlichen Priori= tät der ößonomiſchen Verhältniſſe den»Überbau« der geſamten-Philoſophie, der Religion, des Rechts, der Kunſt uſw. als Ideologie anſah. Mannheim ver= ſteht unter Ideologie das eine gegebene geſellſchaftliche Klaſſe beherrſchende Gedankenſyſtem, wobei er auch den Marxismus als Ideologie eines klaſſen= kämpferiſchen Proletariats betrachtet.

In dieſer Unterſuchung ſoll eine dritte Auffaſſung der ldeologie vertreten werden. Pie Marxſche Interpretation der Ideologie iſt zu eng, indem ſie die Ideologie als eine Angelegenheit nur der- herrſchenden Klaſſe behandelt, zu weit, indem ſie die geſamte Philoſophie, Religion, Kunſt uſw. zum Inhalt der Ideologie erklärt. Mannheim ſieht richtig, wenn er Ideologie auch bei einer unterdrückten Klaſſe erkennt. Da er jedoch zwiſchen den Klaſſen eine frei= ſchwebende Intelligenz mit einer beſonderen Wahrheitsfunktion annimmt, atomiſiert er die Ideologie ſozial, ohne über die Bedingungen ihres Inhalts und dieſen Inhalt ſelbſt zu einer Klarheit zu gelangen.

Auf Grund der Erfahrungen der nunmehr fünfjährigen faſchiſtiſchen Dilz= tatur definieren wir die Ideologie in dieſer Geſellſchaftsform wiſſenſchaftlich als den Geſamtkomplex von OPenkinhalten, die in einer ſtaatlich gebundenen Geſellſchaft für wahr und wert gelten.

3. Das Kriterium der Wahrheit

Padurch, daß der Faſchismus das Verhältnis von Politik und Wiſſenſchaft umgekehrt hat, vollzieht er einen Erkenntnisprozeß, der uns in dieſem Umfang noch nicht bewußt geworden iſt. Er beweiſt, daß jede Forſchungsrichtung und jeder Wiſſenſchaftsbetrieb ſtets Teile des politiſchen Geſamtlebens einer

Gruppe, einer Klaſſe, ciner ſtaatlichen und internationalen Geſellſchaft ſind.

Natürlich war uns immer klar, daß das perikleiſche und auguſteiſche Zeitalter, daß italieniſche Renaiſſance, Humanismus, Aufklärung, Klaſſik und Romantik, Ütilitariomus und Marxismus geiſtige Einheiten darſtellen, in denen die Wiſſenſchaften ein nicht wegdenkbarer Teil der. Politik ſind. Klaſſik bedeutet

nicht nur die edle Reinheit und ſtille Größe, ſondern auch Menſchliches, allzu

Menſchliches. Es iſt die Politik, die für das ſtaatliche und wiſſenſchaftliche Leben die gleichen Vorausſetungen der Exiſtenz ſchafft. Deshalb entwickelt jede Politik, deren Grundelement die Freiheit iſt, Umfang, Inhalt und Stärke der wiſſenſchaftlichen Wahrheit und vermindert die nur für konventionell wahr

gehaltenen Urteile der Ideologie. Deshalb vernichtet jede Politik, deren Grund=

element die Unterdrückung iſt, die wiſſenſchaftliche Wahrheit und entroickelt

die Ideologie wie Treibhauskulturen.Demokratie und Piktatur unterſcheiden

ſich in der Wiſſenſchaftslage alſo nicht durch zwei ſich bekämpfende Ideolo= gien, ſondern dadurch, daß die Wahrheit wiſſenſchaftlicher Erkenntnis, die

unteilbar und einheitlich iſt, in der Demokratie die größten, in der Diktatur

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Sar keine Chancen hat. Diktaturen ſind, wie auch jede oligarchiſche Herrſchaft

in Gruppen, die Brutſtätten, auf denen die Ideologien wuchern.

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