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4. Das Fürwahrhalten

Die Vorherrſchaft der Ideologie über die Wahrheit erfolgt in der Diktatur durch das Fürwahrhalten. Wer fähig iſt, unter der Diktatur kritiſch zu denken und kulturkritiſch zu leben- in Deutſchland geſchieht das zur Zeit ſo, daß die Gebildeten aller ſozialen Schichten, veranlaßt durch die Unmöglichkeit, neue Bücher zu käufen, weil ſie entweder kein Geld dazu haben, oder die ange= botenen Bücher unter jedem Niveau liegen, ihre Bücherſchränke noch einmal durchleſen und Thukydides wie Plutarch , Homer wie Vergil, Dante wie Goethe , Kant wie Mach neu entdecken oder entgegen dem offiziellen Wagnerkult zu Bach und Reger flüchten- erkennt, wie dieſes Fürwahrhalten die Wahrheit überwältigt wie die Peſt das Leben. Ob Menſchen, die den Sozialismus ſtets abgelehnt haben, jetzt begeiſtert vom»deutſchen Sozialismus« reden, Frauen, die immer den größten Wert auf die Wahrheit der Standesgunterſcheide legten, nun von Volksgemeinſchaft ſchwärmen, erbitterte Vertreter des Privateigen= tums, privat ſtreberiſch bemüht, dieſes für ſich ſtändig zu vermehren,»Ge= meinnußt geht vor Eigennuß« predigen, Schriftſteller, die jahrelang mit ihren jüdiſchen Kollegen zuſammenarbeiteten, den Wert des deutſchen Wortes aus dem Weſen der Raſſe und des Blutes entdecken, es iſt immer derſelbe Vor= Sang: Das Neue iſt gegenüber allem früheren ſo paradox, daß man ſich gar nicht die Mühe nimmt, es auf ſeinen Wahrheitsanſpruch hin zu prüfen. Es widerſpricht ſo ſehr jeder kulturellen Erziehung, daß es einfacher iſt, es für wahy zu halten. Gewiß waren viele Deutſche dafür prädeſtiniert. Denn die Republik hatte erſt die Hälfte des Weges zur Überwindung des beſchränkten Untertanenverſtandes zurückgelegt. Gewiß entſtehen daraus bei feineren Na= turen Zuſammenbrüche des moraliſchen Charakters. Aber wenn die Demo= kratie durch ihre perſönliche Freiheit eine unaufhörliche perſönliche Entſchei= dung des einzelnen zwiſchen Wahrheit und Fürwahrhalten wenigſtens ermög=- licht und dieſe bei den Wahlen periodiſch fordert, ſo ſett eben die Diktatur mit der Vernichtung dieſer Freiheit durch die Pflicht zur Gefolgſchaft gegenüber der Führung den Zwang zur Annahme jedes offiziellen Dogmas, das ſubjek= tive Fürwahrhalten vom Selbſtbetrugbis zur intellektuellen Selbſtvernichtung. Durch ihren Totalitätsanſpruch enthebt die Diktatur den Menſchen auf allen Lebensgebieten gänzlich der Mühe eigenen Denkens. Der Menſch der Diktatur wird in ein vollſtändiges Syſtem von Pſeudowerten eingeſpannt. Die Intellek= tuellen wie die Gebildeten unter den Arbeitern können natürlich in einem ſolchen Syſtem nur zerſetßend wirken: Daher die Wut aller Diktatoren auf die »Ideologen«. Daß ſie, die Diktatoren, die Schöpfer der Ideologie, heiße ſie gloire, Mythos der Nation oder der Raſſe, ſind, ohne dieſe Ideologie der Pſeudomwahrheit die Maſſe nicht führen könnten, wird den vom Glanz der Waffen und Paraden geblendeten Augen immer verborgen bleiben.

5, Der ideologiſche Wert

War es eine Vorahnung, als vor Jahrzehnten die Rickertſche Kulturmetha- phyſik die Identität von Wirklichkeit und Wert als»Drittes Reich « bezeichnete? Wenn Wirklichkeit im Sinne des Neukantianismus Idee, Wahrheit iſt, dann crycicht die Ideologie der Diktatur dieſe Einheit von»Wahrheit und Wert«.

So

Denn der Vor ein Syſtem vo! halb der pſy Angſt, Nachal wahrgehaltene dabei zugleich Sache für wer Sah: Der Zwe loſigkeit-, di - dann ſind e aber immer q »Die Treue iſt dieſem Sabe 1 nicht gehinde Treue hielten, in jeder Form worden, faſt j und Ehre wu) hauptet, hätte metaphyſiſche; Treueide geby oder geheime kreiſen dey y "Wie lange Ordnung, ly Unterlaß verk Quäkerweishe wenn ſie nich Weltgelchichtl; 0 E Dikt: Mate und die Menhen nationslagey e, de innen nach unten 8 [n dey Maſſe dag Beſtreben das Stau nen a(fo iſt| Yhre A În diele