dieſe Erkenntnis in der Regel Handeln ausſchließt. Auch da, wo Forſchung und Wiſſenſchaft in der Figur des Experten in das politiſche Handeln eingeſchloſſen werden, dienen ihre Erkenntniſſe nur dem Handeinden, handelt der Experte nicht ſelbſt. Erkenntnis aus Erfahrung iſt weſentlich Erkenntnis aus Hand= lungen. Dieſe ſind in der Form der Analyſe einer gegebenen Lage reines Den= ken, überwiegend jedoch planendes Denken, mwollender Vollzug und voll= endete Leiſtung. Gleich weit entfernt von der faſchiſtiſchen Doktrin des denkleeren Akts(Gentile) oder der Lehre vom intentionalen Denken(Huſſerl), von der reinen Faktizität des Behaviorismus(James) und der antizintel= lektuellen Intuition(Bergſon), befürworten wir cine Methode der Erkennt= nis, die das Objekt aus tätiger Erfahrung von allen möglichen Seiten menſch= lichen Erlebens erfaßt, indem ſie es auf die vollſtändigſte Art beſchreibt, um dieſe auf die cinfachſte Form zu bringen. Auf den vorliegenden Gegenſtand der Ideologie, angewandt, bedeutet dieſe Methode, daß ein Unterſchied zwiſchen Politik und Wiſſenſchaft in dem Sinne, daß dieſe»neutral«, jene aber parteiiſch ſei, nicht anerkannt werden kann. Dreht nicht der Faſchismus dieſes Verhält= nis um? Jede faſchiſtiſche Politik behauptet von ſich, daß ſie mit der Unter= drückung aller gegneriſchen Parteien ſelbſt keine Partei mehr ſei, ſondern die alle umfaſſende Führung des geſamten Volkes darſtelle. Sie verlangt von der Wiſſenſchaft, daß ſie dieſer behaupteten Einheit des Volkes ausſchließlich diene. Indem ſie die gegneriſchen Parteien in die Illegalität treibt, bleibt ſie ſelbſt Partei, ja ſie wird das, ausgeſtattet mit den Attributen alleiniger politiſcher Verantwortung für alles ſtaatliche Geſchehen und der ſtaatlichen Gewalt, în

cinem viel ſchärferen Sinne als früher. Ihre Aufforderung an die Wiſſenſchaft,-

nur dem geeinten Volke zu dienen, enthüllt ſich alſo als die völlige Partei= iſierung von Forſchung und Lehre. Daß die faſchiſtiſche Politik dabei für die Univerſitäten am Gedanken der Freiheit feſthält, während ſie für Volks-= und

Mittelſchulen ganz offen den Gedanken des Gehorſams als Richtpunkt auf=

ſtellt, macht keinen Unterſchied.

Trotdem hat die Frage der Ideologie eine politiſche und eine wiſſenſchaft= liche Seite. Politiſch bedeutet ſie die Frage nach den propagandiſtiſchen Mitteln ciner Herrſchaft. In dieſem Sinne iſt ſie in demokratiſchen Staaten mit der

Frage nach der öffentlichen Meinung identiſch. In faſchiſtiſchen Staaten, in*

denen es mangels einer freien Preſſe keine öffentliche Meinung gibt, beſteht die Ideologie in dem offiziellen Syſtem der Propaganda, die in jeder Art von Inhalt und Form mit Gewalt Andersdenkenden aufgezwungen wird.

Die mriſſenſchaftliche Seite nach der Frage der Ideologie betrifft jenen kom= plizierten Prozeß, in dem aus der Forſchung bzw. der Kunſt über die Literatur durch die Populariſierung jene von magiſchem Glanz umſtrahlte mythenhafte Vorſteillungswelt der geſellſchaftlichen Gruppen und einzelſtaatlichen Geſell= ſchaften einſchl. der Staatengemeinſchaften entſteht, in dem große Gedanken zur beherrſchenden Vulgärvorſtellung ganzer Zeiten werden. Dieſer Prozeß

iſt zum Teil pſychologiſcher, zum Teil logiſcher Natur. Apperzeption, Aſſozia=-

tion, Interpolariſation, Typiſierung ſind ſeine durchaus gruppen=-pſycholo=

giſchen Formen. Schluß, Urteil, Reduktion, Ordnung und Geſetmäßigkeit die

logiſchen Stufen, die er individuell durchläuft.

20

Die beiden

die von Marx gie der herrſct tät dey ökonc der Religion, ſteht unter 1d Gedankenlyſte kämpferiſchen In dieſe l werden, Die) Ideologie als weit, indem\ Ideologie erk Unterdrückten ſchwebende| atomiſiert ey und dieſen ln Ruf Grund tatur definier als den Gela Geſellſchaft

Dadurch,| Umgekehrt hg

hoch nicht be

jeder Wilten

Gruppe, tine

Natürlich wa! daß italieniſd tilitariomug Wiſlenlchafte, nicht nue die Menſchliches. tben die 9 jede Politik

a Wiſſenſch;

Sehalt