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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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Beim Arbeiten in einer Reihe, sei es beim Kartoffelset­zen, Krautreißen oder Rübenhacken, löste sich die ge­schlossene Reihe der Gefangenen wegen des Ehrgeizes bald auf, einige, die gelernte Landarbeiter waren, arbei­teten weit voraus, andere blieben zurück. Die Vorausar­beiter wurden belohnt, denn sie trieben die andern an. Der Hauptwachtmeister, ein betreßter Halbgott auf dem Acker, der zur Inspektion kam, sagte zu dem Feldwacht­meister:

,, Sie müssen immer die Freunde auseinanderstellen und die Feinde nebeneinander arbeiten lassen."

Sie wollten uns auf die raffinierteste Art auspumpen. Das ging so weit, daß wir beim Einrücken in der Abend­dämmerung nicht unser schweres Arbeitsgerät auf unseren Ackerwagen legen durften, der leer vor uns herfuhr. Wir mußten alles tragen, wir waren hundemüde, mit schweiß­nassen Hemden, schmutzig und verwahrlost. Wir schlepp­ten uns auf Holzpantinen mühsam in die Anstalt, aber wir mußten Körbe, Spaten, Hacken, alles Ackerzeug auf un­seren knochigen dünnen Schultern tragen, und hinter uns schwankte das geladene Gewehr auf dem Rücken der Po­sten gegen den regnerischen, grauen Abendhimmel.

Nachmittags trafen wir uns an der Nepomukbrücke. Sie kam mir entgegen und sah hochmütig und schön aus, eine elegante, verwöhnte Lady. Wir gingen in eine kleine Weinstube mit blanken, alten Holztischen, fast ohne Lam­

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