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Memorial / Günther Weisenborn
Entstehung
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chläft, kauen

ie Zeitungen sonderbarer

Enten Erschei

schabt wirkt, e Gesicht der ummikauend, n um das Ge­sunrasierte, , die in der eschäftssinnes

art im Broad­Schauspiele Gesichter in on Gesichtern, messerscharfe indliche Träu Was erscheint,

, ist das Ant­er, unrasierter in den Nacken

sind groß und er angewöhnt, and ist gewohnt rt, ihr schma­

les Auge jagdgierig, ihre bleiche Stirn gespannt von jener wölfischen Energie, die Börsenschlachten und Wolken­kratzer vollendete.

Seht sie auf den langen Bänken des Broadway- Expreẞ dahingewirbelt sitzen, überrauscht vom Wind des Venti­lators, von den Schlaglichtern der draußen vorbeirauschen­den Stationen grell überflammt, schief hockend, rückwärts schräg angelehnt, in jenen seltsamen, wachsartigen Stel­lungen, die man in Europa nie sieht, seht sie, die zahl­losen Gesichter, über die der Tau der Erschöpfung fährt und sie am Abend endlich erlöst. Auftauend werden sie sonderbar durchsichtig, und hinter ihnen erscheint das große Antlitz der schmerzgejagten und angstvollen Krea­

tur.

Wer die Angst noch unter den Trümmern der abend­lichen Erschöpfung in diesen dunkel überschatteten Ge­sichtern zu erkennen vermag, der wird mit der Gebärde des Mannes den Hut vor den Männern von Manhattan zie­hen, ehe er aussteigt.

Einer der stärksten unter uns war Anton. Er war Metz­ger. Wir arbeiteten von Sonnenaufgang bis Sonnenunter­gang in der Kornernte, jeder hatte sein Kabel auf dem Roggenschlag, und jeder mußte seine dreißig bis fünfzig Meter Garben aufbinden, ehe die Mähmaschine vorbeige­rast war und ihm neue Schwaden hingeworfen hatte. Wir arbeiteten wie die Teufel von sechs Uhr früh bis abends um neun oder zehn Uhr in glühender Sonnenhitze, ohne

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