Ein grauer Wald von Mammutsäulen, die feierlich bunten, haushohen Fenster, die endlose hallende Weite des Hauptschiffs. Ein Husten hallte herüber. An den Altären ringsum brannten Lichter. Es war sehr still, nur der Priester im weißen Chorhemd näselte vor sich hin, sehr winzig und leise. An einem Seitenaltar kniete eine alte Frau. Sie weinte ein wenig.
Ich habe monatelang Kohlen geladen, meist aus den Waggons in die Banse, schwere Lokomotivkohle, splittrig und kantig, im Winter beschneit, mit bloßen Händen gepackt, gehoben, geschwungen, weggeschleudert. Du wirst schwarz dabei, deine Hände bekommen Risse, du stolperst im Waggon auf den rutschenden Kohlen und wirst müde. Andere tragen die Zentnerkörbe zu zweien die fünfzehn Stufen hinauf. Und ist ein Waggon leer, warten sieben, acht andere. Und ist die Kohle klein, so schaufelt ihr zu zweien mit den breiten, kurzen Heizergabeln, ein Linksschipper und ein Rechtsschipper, in Kohlenstaub und Lärm, und draußen schaufeln sie und rennen mit den Körben, und der Posten schreit mit bösen Augen: ,, Schneller!" Und es muß noch schneller gehen, noch schneller. Zuweilen tauchen die schwarzen, wüsten Zuchthäuslergesichter deiner Kumpels einen Moment erschöpft und mit einem Fluch auf, und kleine, bescheidene Schneeflocken tanzen einen zierlichen Reigen um den Lauf des Gewehrs, weltenfern von unserm schwarzen Hexentanz der Sklavenarbeit.
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