kahl und unfreundlich. An der Tür steht der Wachtmeister und spielt mit den Schlüsseln.
Aber wenn Schulze- Boysen so ausgesagt hat, darf man ihm nicht widersprechen. Er kennt die Zusammenhänge wie kein anderer. Er kämpft für uns alle in seinen Aussagen wie ein Held. Er gibt mir hier etwas zu schlucken. Ich werde es schlucken. Aber wie komme ich von meinem festen ,, Nein" herunter?
Ich sage, daß öfters viele Leute bei mir waren, daß oft Bekannte mitgebracht wurden, die ich nicht kannte, daß ich ein sehr schlechtes Gedächtnis habe. Ich sage, daß es doch möglich ist, daß dieser Mann bei mir gewesen sein kann. Ja, je mehr ich das Bild ansehe, desto wahrscheinlicher komme es mir vor, aber Bestimmtes könne ich nicht sagen. Er macht mich auf den Widerspruch aufmerksam.
,, Ist das Ihre endgültige Antwort?" Ich sage: ,, Ja." Er notiert, und ich werde in die Zelle zurückgeführt.
Und dort fangen die Ueberlegungen an, die Zweifel, die Wenn und Aber. Man hört nie etwas von dem Echo seiner Aussagen, man ist allein, und man ist voller Bangen. und Unruhe. Man ist schwach und voller Gram. Habe ich keinen Fehler gemacht? Gib, daß es richtig war. Und in der ungeheizten Zelle klebt man Tüten mit froststarren Händen, man zittert vor Kälte, der Atem steht weiß vor dem Mund, und der Hunger macht dich fast besinnungslos in diesem grauen Elend.
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