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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
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Und andere... Das waren die drei Gestapo - Beamten. ,, An­geklagt wegen Verschleuderung von Reichsgeldern", hatte der Staatsanwalt ausgeführt. Wegen Verschleuderung von...?! Des­wegen! Nur deswegen?!

,,...

.. endlose Wochen gingen die Ermittlungen, sie kosteten das Reich viele Tausende..." So hatte der Staatsanwalt gesagt. Auf dieses Argument war er während seiner Anklagerede gegen Die­bold, Eder und Meyer immer wieder zurückgekommen. Nur mit diesem einen Punkt hatte er sich beschäftigt. Wieviel Menschen bei diesen ,, Ermittlungen" an Leib und Seele zerbrochen waren, zählte für ihn nicht. Und die drei saßen nicht in der Anklagebank. Dort saßen nur der Denunziant Baumann und- seine Opfer!

Die Tür unter dem Hitlerbild ging auf.

,, Das hohe Gericht kommt!" rief eine laute Stimme.

Die Menschen im Saal standen auf, streckten den Arm zum Hitlergruß. Langsam und abgemessen gingen die schwarzen Ta­lare über das Podium, stellten sich in einer Reihe hinter dem Richtertisch auf.

,, Das Urteil wird hiermit verkündet!"

Der Gerichtsvorsitzende hielt das Aktenstück, aus dem er las, dicht vor sein feistes Gesicht. Seine Stimme ging in einen regel­mäßigen, schnarrenden Tonfall über:

,, Im Namen des Volkes!

Der Angeklagte Ernst Baumann wird wegen wissentlich fal­scher Anzeige unter Mißbrauch seines Amtseides zu fünf Jahren Zuchthaus , Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für zehn Jahre und Ausstoßung aus dem Staatsdienst verurteilt. Der Ver­urteilte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen..."

Die Stimme stockte, setzte wieder an und fuhr gleichmäßig fort, wie ein Faden, der von einer Spule schnurrt: ,,... Von dem

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