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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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XXXIII

Der Verteidiger, ein schlanker junger Mann mit blassem Gesicht, schütterem dunklem Haar und einem Hitlerbärtchen, machte eine eingeübte, gewohnte Geste zum Richtertisch hin, der breite Ärmel seines Talars fuhr wie eine schwarze Fahne durch die Luft: ,, Der Herr Staatsanwalt hat sehr richtig ausgeführt und begründet, daß eine solche Tat auf das schärfste zu ver­urteilen ist. Und ich will die Schuld des Angeklagten Baumann auch nicht bagatellisieren, Herr Vorsitzender..." Der Vertei­diger machte eine Pause, stützte die Handflächen auf das Pult und sah in sein Aktenstück. Die dort oben wußten genau so gut wie er, daß er hier nur stand, um das Gesicht der Justiz zu wahren. Schließlich war er der vom Gericht bestellte Offizial­verteidiger und seit 1931 Mitglied der Partei...

Durch die schmalen hohen Fenster mit den zu beiden Seiten hängenden, halb zugezogenen Portieren fiel das Licht wie durch Filter, füllte den großen Gerichtssaal mit grauem Dämmern, obwohl es draußen heller Tag war. An der vorderen Seite des Saales hing ein überlebensgroßes Bild Hitlers . Der schwere Rah­men glänzte matt. Ein Schulterriemen ging quer über Hitlers Braunhemd, seine Hände lagen breit auf dem Uniformkoppel, als wisse er nicht, wo er sie lassen solle.

Unter dem Bild stand auf einem Podium ein mit grünem Filz bezogener Tisch, der fast die ganze Breite des Saales ein­nahm. Die Richter saßen in steifer, gerader Haltung; mit den

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