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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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klein und gedrungen und der Höckernase, den großen gelben Zähnen. Pferdezähne hatte einer der Kameraden mal gesagt. Baumann hatte nie über ihn gewitzelt! Ja, noch nie hatte er so stark empfunden, wieviel ihm Baumann eigentlich bedeutete, noch nie so wie heute, da Baumann nicht zum Dienst kam... Puschke gab sich einen Ruck. Dort kam Baumann über den Fahrdamm! In Zivil...?!

Puschke stand auf, ging langsam durch den Tagesraum, um sich den Kameraden gegenüber nichts anmerken zu lassen.

Auf dem langen Korridor draußen war niemand zu sehen. Er rannte die Treppen hinunter.

Am ersten Treppenabsatz stieß er auf Baumann. ,, Mensch, Ernst! Wie konntest du nur...?! Und was soll das? In Zivil?!"

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Baumann antwortete nicht. Er drängte sich mit stierem Blick an Puschke vorbei, die Treppen hinauf.

Puschke lief neben ihm her; er sah in Baumanns blasses, über­nächtiges Gesicht, sah seine wirren, verschwitzten Haare, den be­schmutzten hellen Sommeranzug, den weit offenstehenden Kra­gen... Was war nur geschehen?!

Er rüttelte Baumann am Arm: ,, Ernst! Was ist denn? Ernst!- Höre doch!"

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Baumann schüttelte Puschke ab, hastete weiter. Sie bogen bereits in den Korridor des Polizeireviers ein. Vor der Tür des Reviervorstehers versuchte Puschke nochmals, seinen Freund zu­rückzuhalten und auf ihn einzureden. Doch Baumann riß sich los und stieß die Tür auf.

Puschke legte das Ohr lauschend an die Tür, hielt den Atem an. Er hörte Baumann drinnen in kurzen, abgerissenen Sätzen reden. Es war jedoch nichts zu verstehen...

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