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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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Diebold wartete beklommen, was noch kommen sollte. Er über­legte angestrengt, was er auf Heydrichs Worte antworten könne - als die Tür hinter ihm aufging und eine SS- Wache erschien. Die Unterredung war beendet.

Alles ging so schnell, daß es Diebold erst auf dem Korridor bewußt wurde, wie er entlassen worden war! Unauffällig und ohne den geringsten Hinweis hatte der Generalinspekteur der Wache geklingelt! Wenn ich beim nächsten Mal nicht mehr be­richten kann, bin ich erledigt... Diebold zerrte an seinem Kragen, ihm wurde plötzlich zum Ersticken heiß.

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Was hätte ich denn noch zu meiner Entlastung vorbringen können? Wenn ich über Einzelheiten gesprochen hätte, wäre ich noch stärker abgefallen. Wir sind ja wirklich keinen Schritt weitergekommen... Aber jetzt ist's genug! Wir können nicht länger warten, bis der Strehlke endlich etwas erreicht.- Jetzt ist Schluß mit taktischen Erwägungen! Die Wegner muß endlich zusammenbrechen, muß aussagen. Jetzt wird sie dem Baumann gegenübergestellt! Wir haben viel zuviel kostbare Zeit ver­trödelt. Die ist auch schon so herunter, daß sie uns bald ganz zu­sammenklappt. Diese Gegenüberstellung hätte schon längst kom­men müssen, dann wären wir längst weiter, dann wäre auch die Unterredung mit Heydrich anders verlaufen...

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Die Küchentür stand weit offen. Baumann spürte Frau Schu­sters forschenden Blick, als sie vorbeigingen. Er beeilte sich, aus der Wohnung zu kommen.

Der Gestapo - Kommissar hatte im Zimmer nur wenige Worte gesprochen und dann schweigend gewartet. Als sie die Treppen hinuntergingen, wurde er gesprächiger.

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