XXVI
Die Zellentür öffnete sich. Die Wärterin kam bis in die Mitte der Zelle, blieb stehen.
Eva wich instinktiv bis an die Rückwand der Zelle zurück. Fieber schüttelte sie, und nur mit Mühe konnte sie sich aufrecht halten. Wirr hing ihr das Haar in das eingefallene Gesicht. Ihre Arme waren bis zu den Ellbogen verbunden.
,, Hier!" sagte die Wärterin grob und hielt ihr einen Brief entgegen. Eva bewegte sich nicht.
Die Wärterin warf den Brief auf den Strohsack, ging hinaus, schloß die Zellentür geräuschvoll ab. Sie ging polternd durch den Gang schlich dann vom Gangende zurück und beobachtete Eva durch das Guckloch, den Spion der Zellentür.
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Die lehnt noch immer in derselben Haltung an der Wand... Und Augen macht die jetzt immer, als ob sie überhaupt nicht merkt, wenn man hereinkommt. Der Brief liegt noch unberührt da... Wegen der hat man uns nun die Hölle heiß gemacht, wegen ihres Selbstmordversuchs. Die haben getobt! ,, Sie haften für diese Wegner, verstehen Sie! Die muß Tag und Nacht überwacht werden! Die darf nicht abkratzen, bevor sie nicht ausgesagt hat. Diese Wegner ist jetzt der wichtigste Fall hier!"
Die Wärterin drückte ihr Gesicht fester an den Spion der Zellentür. Der wichtigste Fall? Kein Mensch würde der ansehen, daß sie eine ganz Gefährliche ist... Daß die noch mal einen Selbstmordversuch macht, haben wir verhindert. Die haben
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