Druckschrift 
Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen

zur Bäckerei zurückkehrte. Als er in die Grünstraße einbog, be­gann er zu hasten. Keuchend lief der kleine dicke Mann durch die stille Straße, mit scheuen Blicken um sich sehend. Gott sei Dank! Kein Bekannter war zu sehen, nur spielende Kinder. Auch vor dem großen Textilgeschäftshaus stand niemand. Der alte Leh­mann war nicht im Laden. Im ,, Guten Schoppen" waren alle Vorhänge zugezogen... Wenn mich nur nicht im letzten Mo­ment noch jemand anspricht... Wenn ich nur ungesehen meinen Laden erreiche!

Es waren keine Kunden im Geschäft, als Möller die Tür öffnete. Er stand schwer atmend, lauschte auf den schrillen Ton der Ladenklingel, ließ die ihm so vertrauten Gegenstände Stück für Stück an seinen Augen vorbeiziehen.

Seine Frau kam in den Laden

-

lief auf ihn zu, lag weinend vor Glück und Freude an seinem Hals: Heinrich... Hein­rich..."

Dann saßen sie im Wohnzimmer.

-

Du siehst so blaß und ab­,, Haben sie dir etwas getan? gezehrt aus... Ich habe dir ja Essen hingebracht, sie haben es aber nicht angenommen. Jeden Tag bin ich hingegangen und habe nach dir gefragt, aber oft haben sie mich gar nicht erst rein­gelassen... Was ist mit Fräulein Eva? Wird sie auch entlassen? Ihr seid doch beide unschuldig, wie konnten sie euch nur ver­haften!... Ich wußte schon, daß du entlassen wirst, Heinrich. Dieser Kommissar hat es mir gesagt- Strehlke heißt er... Oh, der war so gräßlich zu mir, hat mich immer so angeschrien... Aber, mein Gott, du mußt doch hungrig sein! Was möchtest du essen, Heinrich? Soll ich dir...?"

So redete Frau Möller aufgeregt, besorgt, verwirrend auf ihren Mann ein; sie streichelte sein Gesicht, ihre Hände glitten über

180