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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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XXV

Bäckermeister Möller war aus der Haft entlassen.

Als man ihn vor zwei Tagen aus seiner Zelle geholt und ins vierte Stockwerk des Gestapo - Hauses geführt hatte, war er fast sinnlos vor Angst geworden. Wieder ein Verhör? Was werden sie mit mir tun? Werden sie jetzt auch mich schlagen?!..

Dann stand er vor Inspektor Diebold. Niemals würde er dessen durchdringende Blicke vergessen. ,, Sie werden entlassen", hatte der Inspektor aber nur kurz gesagt; doch drohend hinzu­gefügt: ,, Wenn Sie aber draußen Greuelmärchen erzählen, sind Sie schneller wieder hier als das erstemal, darauf können Sie sich verlassen. Und dann können Sie was erleben!"

Möller hatte vor Erregung kaum sprechen können, hatte nur mit dem Kopf genickt: ,, Ich verstehe... Herr Inspektor..."

,, Lassen Sie den Mann rasieren. Er soll sich auch gründlich waschen, wir können ihn nicht wie einen Wilden laufen lassen!" befahl Diebold dem begleitenden SS- Mann.

" Jawohl, Herr Inspektor!"

Das war alles. Keine Erklärung, warum er verdächtigt und verhaftet, weshalb sein Geschäft durchsucht worden war. Keine Entschädigung für den ihm zugefügten Schaden. Kein Wort der Entschuldigung für alle Demütigungen, für alle Seelenqualen. Greuelmärchen waren es, wenn er über seine ungerechte Verhaf­tung sprach. Wie sollte er nun seine Unschuld beweisen?...

Es war am frühen Nachmittag, als Möller entlassen wurde und

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