gang, aus rohem Holz abgeteilte Wände.- In dem langen Kellergang hingen Glühbirnen in großen Abständen, gaben nur trübes Licht. Der große Keller hatte keine Fenster!
,, Halt!" sagte Evas Begleiter und blieb neben ihr stehen. Eva lehnte sich an die Wand des Kellerganges, sie zitterte am ganzen Körper, konnte es nicht unterdrücken.
Plötzlich waren wieder Schritte im Kellergang, dann standen viele schwarze Uniformen im Halbkreis um sie herum. Ein Mann kam auf sie zu, blieb dicht vor ihr stehen, berührte sie fast
Das war wieder der mit den glotzenden, glasigen Augen! Der Kommissar- Strehlke!
Eva sah nur die hervorquellenden Augen, das Gesicht des Kommissars als matten, hellen Kreis; auch die Uniformierten schienen in einem trüben Nebel zu stehen. Sie spürte den Atem des Kommissars auf ihrem Gesicht, scharf und ätzend. Etwas in ihr wartete, bis zum Zerreißen angespannt.
Lange blieb es still, fiel kein Wort. Eine unheimliche Stille nach dem Poltern der schweren Stiefel...
Jetzt sagte der helle Kreis vor ihr: ,, Hast du es dir vom letztenmal her überlegt?!... Die Wahrheit wollen wir jetzt hören, rede, sage ich dir, sonst..." Und dann brüllte er: ,, Sonst ist es aus heute! Sonst ist Schluß mit dir heute!"
Wieder Stille. Nur der heisere, keuchende Atem bleibt da, ganz nahe.
,, Was? Du willst noch immer nicht?- Arme hoch!"
Eva rührte sich nicht, krampfhaftes Schluchzen schüttelte sie. Zwei SS- Leute rissen ihre Arme hoch.
,, So bleibst du stehen! Hörst dir das erst wieder mal bei den andern an, dann kommst du dran, genau so! Heute werden wir euch die Zungen lösen!" schrie Kommissar Strehlke.
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