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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
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Inspektor Diebold nahm seinen Rundgang im Zimmer wieder

auf. Er wollte den Vernehmungskommissar nicht ständig vor

Augen haben. Dieser Strehlke ging ihm jedesmal auf die Nerven,

wahrhaftig. Grob und ungeschlacht ist dieser Mensch, der Stier- nacken! Die reine Ringkämpferfigur. Das Gesicht wieder auf- gedunsen und rotblau vom Saufen, die Augen ausdruckslos, und ewig diese kratzende monotone Stimme, als rede ein Auto- Brat...

Inspektor Diebold räusperte sich. Er begann Strehlke den Fall

Wegner zu erläutern, die Verhafteten, alle Zusammenhänge zu

schildern. Er holte breit aus, um dem Vernehmungskommissar die unerhörte Bedeutung des Falles nahezubringen. Erst am Schluß seiner Ausführungen fiel ihm auf, daß dieser mit keinem Wort auf seine Erklärungen reagiert hatte. Der Mensch steht ja noch immer stocksteif an der Tür, am selben Fleck! Hat er überhaupt zugehört?! Ist der etwa wieder so betrunken, daten...

Sie begreifen: Diesmal geht es um mehr als sonst, Strehlke! Inspektor Diebold sah den Vernehmungskommissar zum ersten- mal länger an.Um Spitzenleute! Um die Leitung einer Wider- standsgruppe! Wir müssen sie fassen, und die Vorbedingung dazu ist, daß die Verhafteten aussagen! Sie haben die ganze Nacht. Von diesem Reichel könnten wir morgen früh schon mehr wis- sen. Die müssen aussagen; begreifen Sie, Strehlke? Um jeden Preis!

Ich verstehe, Herr Inspektor. An mir solls nicht liegen.

Wie monoton der das sagt... Und die ganze Nacht prügeln, Menschengebrüll. Für den ist das eine Arbeit wie jede andere, nichts weiter... Der Vernehmungskommissar wurde ihm fast unheimlich.Also, das ist alles, Strehlke, sagte Diebold.

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