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gewesen, und sie sei froh, daß er mit ihrer Arbeit zufrieden wäre; nie habe es Unstimmigkeiten zwischen ihnen gegeben. Eben deshalb habe sie sich alles, was in den letzten Tagen geschehen wäre, nicht erklären können, sie habe vor Schreck und in der Aufregung keinen klaren Gedanken fassen können. Als sie aber heute Dr. Kramer und Rechtsanwalt Reichel hier gesehen habe, sei ihr plötzlich der Gedanke gekommen, daß diese beiden Männer wohl an allem schuld seien. Die beiden hätten sich wohl Und weil gegen die Gesetze oder gegen den Staat vergangen? sie die beiden kannte, sei sie wohl auch in die Sache hineingezogen worden? Sie selbst habe doch nichts Strafbares begangen, niemals. Und Herr Möller wüßte doch noch nicht einmal, daß sie den Arzt und den Rechtsanwalt kenne! Sie selber kenne die beiden Männer ja auch nur flüchtig. Wie hätte sie auch wissen und ahnen sollen, daß sich die beiden irgendwie strafbar gemacht haben? Ein Arzt! Ein Rechtsanwalt! Beide hätte sie für hochanständige, gutbürgerliche Menschen gehalten. Sie mache sich jetzt die schwersten Vorwürfe, ihrem Chef soviel Aufregung, soviel Schaden bereitet zu haben, aber alles sei doch ohne ihre Schuld so gekommen. Denn sie möchte nochmals betonen, daß sie nie etwas über das Privat- oder Berufsleben Dr. Kramers und Rechtsanwalt Reichels gewußt habe. Sie bitte um ihre und um Herrn Möllers Freilassung...
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Inspektor Diebold hatte auf Evas Fragen nicht reagiert, sie nur einmal unterbrochen, der Stenotypistin ein Haltzeichen gegeben und gesagt: ,, Ich mache Sie noch einmal darauf aufmerksam: Ihre Aussagen werden genau notiert! Verschweigen Sie uns nichts!"
Als Eva jetzt schwieg, beugte sich Inspektor Diebold vor, sah sie durchdringend an: ,, Ist das alles, was Sie uns zu sagen haben?!" ,, Ja, ich habe alles gesagt, was ich weiß."
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