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Der SS-Mann schloß die Tür des erleuchteten Zimmers hinter Eva ab, und wieder begann der Gang über die breiten Treppen, hinauf zu den oberen Stockwerken des Hauses.
Eva blieb dicht neben der schwarzen Uniform an ihrer Seite. u... Schutzhaftgefangene Wegner!“ Hier war sie nicht mehr Eva Wegner, Fräulein Wegner, sie war eine Gefangene!
„Zum Verhör!“ hatte der SS-Mann gerufen. Endlich wird sie reden dürfen, wird man sie anhören, endlich wird sie alles erklä- ren können! Und dann wird sie freigelassen werden! Alles wird sie vergessen können, alles wird dann hinter ihr versinken wie ein schlimmer Traum; die aufregende Haussuchung im Geschäft, die Tage und Nächte in der Zelle, alles...
Die schwarze Uniform neben ihr blieb stehen, öffnete eine Tür. Eva sah oben an der Tür die Nummer 364 und in der Tür- mitte ein Schild: Fahndungsabteilung 3b.
In dem Zimmer saßen hinter großen Schreibtischen drei Män- ner, vor dem rechten Fenster ein junges Mädchen an der Schreib- maschine.
Der SS-Mann stand stramm, grüßte mit ausgestrecktem Arm. Einer der drei Männer, der am mittleren Schreibtisch, machte eine knappe Kopfbewegung. Der SS-Mann drehte sich kurz um, ver- ließ das Zimmer.
„Setzen Sie sich hier hin!“ sagte der Mann am Schreibtisch, der dem SS-Mann das Zeichen gegeben hatte.Er wies auf einen Stuhl.
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