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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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Der Hauptmann sah nachdenklich in die Luft.Konditorei Möller, Grünstraße ı7...? wiederholte er langsam.Ja, ist mir bekannt.

Ich war wiederholt in dieser Konditorei, sprach mit dem Bäckermeister Möller, fuhr Baumann fort,wir müssen ja in der heutigen Zeit auf jede Kleinigkeit achten; deshalb spreche ich auf meinen Streifen oft mit Leuten, dabei kann man sie am besten auf ihre Gesinnung kin prüfen. In der Konditorei ist eine junge Verkäuferin, die Eva Wegner heißt. Eines Tages hörte ich, wie diese Verkäuferin mit einem Kunden halblaut und hastig sprach, während sie ihn bediente. ‚Für Erich ist heute nichts da oder so ähnlich sagte sie. Dies fiel mir zwar auf, doch ich dachte mir nichts dabei und vergaß es dann wieder. Doch später, als ich wieder einmal in dem Laden war, sah ich, daß die Verkäuferin einem Mann einen Zettel zuschob, zusammen mit der gekauften Ware. Die Worte von damals kamen mir wieder in den Sinn, und deshalb wurde ich nun stutzig. Der Mann, der den Zettel bekam, war auch bestimmt ein anderer als der erste, fiel mir auf, denn es war schon ein älterer Mann. Ein persönlicher Freund des Mädchens konnte er schwerlich sein, sagte ich mir. Weshalb also dieser Zettel und vor allem$o heimlich? Wir wissen doch, daß Staatsfeinde bei ihrer Wühlarbeit alle möglichen Tricks anwen- den, um ihre Tätigkeit harmlos zu tarnen. Daran mußte ich sofort denken, Herr Hauptmann, als ich die Sache mit dem Zettel sah.

Baumann schwieg, sah den Hauptmann an, um die Wirkung seiner Worte abzuschätzen.

Hm, ganz richtig, sagte der Hauptmann.Und weiter...?

Der denkt über irgend etwas nach, überlegte Baumann schnell. Das mit derharmlosen Tarnung war doch gut? So hat sich doch

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