Baumann holte tief Atem. ,, Ich habe eine wichtige Meldung zu machen, Herr Hauptmann."
Er sprach in einem Zug, gab seiner Stimme einen harten Klang. Der Hauptmann hob leicht die Hand, lehnte sich im Stuhl zurück: ,, Bitte", sagte er.
Baumann stellte einen Fuß vor, sah den Hauptmann sekundenlang an. Das hagere Gesicht mit dem weißen Spitzbart, den buschigen, hellen Augenbrauen, den klaren, auf ihn gerichteten Augen. Diese Augen! Als ob sie in mich hineinsehen können.- Baumann schluckte, seine Kehle war wie ausgedörrt, seine Zunge ein schwerer, trockener Klumpen. Ich muß reden!-
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,, Ich bin einer staatsgefährlichen Bestrebung auf die Spur gekommen, Herr Hauptmann", begann er.„ Ich müßte jedoch einige Dinge genau erklären, damit Herr Hauptmann die Zusammenhänge besser verstehen."
Hauptmann Seiler nahm die Brille von der Stirn, zog erstaunt die Augenbrauen hoch. ,, Einer staatsgefährlichen Bestrebung? Eine politische Sache?!"
,, Jawohl, Herr Hauptmann."
,, Also erzählen Sie schon!"
" Jawohl, Herr Hauptmann", wiederholte Baumann.
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Er räusperte sich. Wie fange ich jetzt an? fuhr es ihm durch den Kopf. Mit der Konditorei, das ist am besten. Heiß und wohltuend stieg es in ihm hoch. Jetzt wird heimgezahlt, jetzt wird abgerechnet! · Der Hauptmann wartet!
,,...
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Ich kam durch meine Streifen im Revier auf die ganze Sache, Herr Hauptmann. Es hängt mit der Konditorei Möller in der Grünstraße 17 zusammen. Herr Hauptmann kennen das Geschäft vielleicht...?" Baumann machte eine Pause.
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